Dienstag, 21. April 2015

Mama, Papa und dann?

Oder auch, wie konservative, rechte und religiöse Menschen ein vermeintliches "Famielien-idealbild" missbrauchen.

Mama, Papa und ... Kind heisst es immer wieder, sei die einzig wahre Familie. Das Ideal nach dem man sich zu richten hätte. Wohlgemerkt ein Kind. 
Alles soll einmal mit der Ur- Familie angefangen haben, die da währe Jesus, Maria und Joseph. Aber da scheitert die Wahrheit schon und wird zur Lüge, denn Gott ist ja der eigentliche Vater. 
Die biologische Familie, die gerne von religiösen und ihren Sympathisanten hochgehalten wird, ist gar nicht so wie sie erzählen. 

Mama, Papa und Kind. Ein Model was vehement hochgehalten wird, bei jeder Diskussionsrunde, bei jeder Talkshow und in den vielen Kommentarfelder, die wir unter Artikel und Co finden.
Eine Familienrealität die es tatsächlich oft gibt, aber sie ist eine von vielen und selbst in der Bibel finden sich verschiedene. Hier zeigt sich das Blind sein ist bei vielen beliebt. 
Schöner noch, viele betonen die biologische Familie als die Wahre und vergessen doch, das Maria faktisch eine künstliche Befruchtung hatte. Soweit wir aus der Bibel und den uns dargebrachten Geschichten wissen, hat sich Gott nie an Maria in fleischlicher Weise herangemacht. 

Mama, Papa und Kind. Kein Auslaufmodell, aber auch kein Modell das für die absolute Realität steht. Eigentlich ist diese Variante einer Familie recht jung. Geschichtlich betrachtet gab es davor ganz andere  Kombinationen und sie gibt es immer noch. 
Das Mama und Papa immer wieder gerne als zwingend erforderlich gilt, ist in gewissen Kreisen eine nicht zu bestreitende Voraussetzung für die gesunde Kindesentwicklung. Doch wird dabei absolut ignoriert, das Kinder immer männliche und weibliche Vorbilder um sich haben, seien, es Lehrkräfte, die Betreuung im Kindergarten, Verwandte, Freunde der Eltern, Eltern der Freunde oder eben Nachbarn. Zumal Frauen männlicher sein können als Männer und umgekehrt und dies hat mit der Sexualität nichts zu tun.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, das ausgerechnet die am lautesten dagegen sind, die es besser wissen sollten. Ursprünglich war das Ideal, das propagiert wurde übrigens auf ein Kind beschränkt. Und dies unabhängig von der bereits vorherrschenden Realität, die besagte, das es Kinder in allen Familienkonstellationen gab. (Ab davon, das Kinder auch nach der Propagandaschlacht um die vorherrschende Meinung, oft als Arbeitskraft verkauft wurden, oftmals gar nicht als Kinder sondern als Arbeiter lebten.)

Aber noch mehr wird vergessen die Frage zu stellen, ob eine mehrfache Mutter, christlich (z.b.) und mit gutem Posten besetzt, sich als Diskussionspartner eignet, sowie als Kritiker anderer Familienrealitäten und dabei auch noch die Bibel zitieren darf, nach der sie selber nicht wirklich lebt. 
Oder ein Politiker der rechten Parteien, der die Gleichheit vor dem Gesetzt nicht lebt und Frauen nicht die gleichen Rechte zugestehen mag. Der auf die Frage, ob es eine Rolle spielt was männlich und weiblich ist, mit Vorurteilen und Klischees antwortet und sich weigert, die Realität um sich herum wahrzunehmen, denn sonst könnte das eigene Bild vom starken Mann zerfallen.
Auch sollte man fragen, ob eine Feministin wie Frau Schwarzer geeignet ist sich zu diesen Fragen zu äussern, gar abwertend einer Leihmutterschaft gegenüber zu stehen. Sie, die ihre eigene Fehlbarkeit bis heute nicht anerkennen mag, aber die anderer ankreidet. Sie, die meint für Frauenrechte zu kämpfen, aber die Vielfalt nicht ganz wahrhaben möchte. Sie, die besser alle fragen sollte, ob es denn nicht an der Zeit währe, Gesetzte und Regeln den Realitäten anzuschaffen/ anzupassen. 

Bunte Familienkonstellationen gibt es viele und meist glückliche Kinder. Studien weissen keine schlechtere Entwicklung bei anderen Familien auf, als bei Mutter, Vater und Kind. Sie zeigen aber auf, dass genau dann Probleme entstehen, wenn anderen ihren Kindern erzählen, das Kinder nicht normal sind. Kinder selber haben nämlich einen eigenen bereits früh entwickelten natürlichen Beurteilungscharakter. Sie können sehr wohl von gut und schlecht unterscheiden und erkennen in anderen Kindern keinen schlechteren Menschen, wenn diese von anderen Elternkonstellationen kommen, als sie selber. Soviel also dabei auch zum sogenannten Kindeswohl, das gerne zitiert, aber gleichzeitig völlig ausser Acht gelassen wird. 

Aber zurück zu den Realitäten, die da schon immer waren, z.B. das Grosseltern dabei sein können in der Erziehung, Onkel und Tanten, oder Mütter alleine ihre Kinder gross ziehen, warum auch immer und dazu muss eine Frau nicht einmal geschieden sein. 
Es gab und gibt die grossen Familien und die angeheirateten. Genauso die Liebhaber, Ehegatten und dergleichen. 
Es gibt aber auch die Leihmutter, den Samenspender, die Eispenderin und das Reagenzglas. Nein, ein Paar muss es nicht mehr sein von Mann und Frau, um ein Kind zu zeugen. 
Genau genommen, aktuell versucht sich die Forschung erfolgreich mit der künstlichen Gebärmutter und zieht darin gerade Tiere von der einzelnen Zelle zum ganzen Wesen hoch. Schätzungsweise ist diese Methode der künstlichen Gebärmutter schon in zwei Jahren für den Menschen zugänglich. Ganz ab davon das Klonen immer ausgereifter wird. 
Wie kann dann sich die Diskussion noch um die Frage drehen, ob eine Leihmutterschaft natürlich ist (die sie ist - in allen Sichtweisen- es ist schlicht diskriminierend dies als nicht natürlich anzusehen und nicht als Gottgegeben-  und ich verweise auf  den Artikelanfang- Mann/Frau sitzt im Glashaus!)?????!

Berechtigt dagegen ist die Frage, wie seriös die Anbieter sind, die einen Kinderwunsch erfüllen helfen. Bedarf über die gesetzlichen Voraussetzungen zu diskutieren gibt es auch genug. 

Noch abstruser wird die Diskussion um die "wahre" Familie, wenn man sich die verschiedenen Ländern und ihre Meinungen ansieht. Von der Ein- Kind- Politik bis zur Ehe mit mehrere Frauen, hinüber zu Frauen, die Gebärmaschinen sind in einer Ehe. 

Warum also wird an diesem Bild so vehement festgehalten?
Machtausübung? Angst? Blindheit? Oder geht es darum Frauen und alles was anders ist als der kerlige Mann als schwach anzusehen und der Menschheit glaubhaft zu machen, das währe so. Was erklären würde, warum konservative, rechte und religiöse Schwule nicht gerne als selbstbewusste und starke Persönlichkeiten sehen.

Mama, Papa und... Kind/er. 
Bereits jetzt schon entspricht man häufig nicht dem Bild, da unverheiratet, Stiefvater/-mutter oder und oder...
Eigentlich entsprachen diesem Bild nur die... Wer eigentlich wirklich? Und dann auch noch glücklich. 
Und die anderen waren alle unglücklich, wie behauptet wird? Wer davon? 

Die Gegner anderer Familienrealitäten vergessen aber vor allem gerne was Familie ist. 
Es sind nie die Gene alleine gewesen. Nie die Stammbäume. Es ist immer da Familie, wo die Liebe war und manchmal wo auch keine war, da es sich nicht anders ergab und doch, die Meisten leben da und nennen das Familie, wo ihr Herz zu Hause ist. Dazu muss ich nicht meinen Seelenverwandten heiraten, dazu muss ich nicht einmal heiraten. Das Alter spielt keine Rolle und auch das Geschlecht ist egal.  

Darum bin ich enttäuscht, wenn Moderatoren in Diskussionen ihre Hausaufgaben nicht machen und statt nachzufragen, Behauptungen und Eignung in Frage zu stellen und kritisch zu sein, Vorurteile ungefiltert in den Raum preschen lassen und lieber Klischees bedienen.

Noch mehr aber ist es unangebracht, wenn ein Staatsoberhaupt/ Kanzler/in sich zu diesen Dingen nicht wenigstens neutral äussert oder doch zumindest die Realitäten wahrnimmt und diese mit Respekt begegnet. 
Was Frau Merkel macht ist aufgrund eines Vorurteils diskriminierend eine Gesellschaftsschicht ihres Landes zu behandeln. 
Es ist Diskriminierung und gegen das Grundgesetzt und sie wagt es tatsächlich statt, wie sie geschworen hat (auch noch auf die Bibel) für alle gleichwertig da zu sein, auszugrenzen. 
Alles verpackt hinter einer schwammigen Behauptung eines schlechten Bauchgefühles. 
Gerade sie aber muss sich auch fragen lassen, ob sie geeignet ist, sich ablehnend zu anderen Familienbildern zu äussern, wenn sie selber nicht einmal dem Mama, Papa, Kind Bild entspricht und danach lebt, geschweige denn nach der Bibel, die sie gerne auch vorschiebt bzw. ihren Glauben. 

Mama, Papa und dann? Manchmal ist es eben Kinderlos und doch ist es Familie. Manchmal ist es auch Mama und Mama oder Oma und Onkel. Manchmal ist es die grosse Schwester und der kleiner Bruder. Alles aber sind Familien. 
Doch weder der Gesetzgeber, noch konservative und religiöse Menschen wollen sich damit wirklich auseinandersetzten. Sie werden aber anfangen müssen über ihren Tellerrand zu schauen, denn die Realität ist schon viel weiter. 

@Tom Love

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Samstag, 11. April 2015

Der Duft von Kirschen- eine kleine Wanderung

Zeit bei frühlingshaftem Wetter, sich vor die Tür zu wagen und auch gleich bei Sonnenschein, sich ein wenig Zeit mitzunehmen. 

Eine kleine Wandertour vom Stadtzentrum von Berlin bis an den Stadtrand. Angefangen in der Nähe des Alexanderplatzes, von wo wir uns erst einmal in die S-Bahn, oder U-Bahn oder Strassenbahn begeben.

Ausswahl ist also genug und unser Ziel ist das Rosenthal in Pankow, gleich an der Grenze zum Märkischen Viertel. Wir landen also an den Stadtrand und an die Grenze von einst Mal Ost und West.
Dort angekommen kann man nämlich direkt neben der "Dauerhaften Kleingartenkolonie"einen schmalen Wildstreifen finden, der unser Anfang ist. Entlang diesen Streifens gehen übrigens Gleise für Betriebszüge entlang. 
Durch einen kleinen Streifen Birkenwald, entlang den Sanddornbüchen gelangen wir direkt an den Stadtrand und erreichen nach etwa 20 min Fussweg die beste Feldaussicht. 
Den Feldweg sollte man entlanggehen, und das ist dann auch das Rosenthal. Rosen sind eher weniger zu finden, aber die ersten Kirschbäume, hügelige Landschaft, sowie frühlingshaftes Grün und viele Vögel, die fleissig am Singen und Nestbau sind.


Auf dem Weg weiter kreuzen wir eine Landstrasse und gelangen auf einen Privatweg, der einmal auf der rechten Seite die Felder hat und die Osbtplantagen, zu denen wir zuerst wandern, da sie gerade in voller Blüte stehen. Hier blühen verschieden Kirschsorten, und später im Jahr die Äpfelbäume. geerntet darf dann im Herbst von allen und dies kostenlos. 
Die Plantage wird heute recht wild belassen, was heisst, die Bäume werden kaum oder gar nicht mehr beschnitten. 




Nachdem wir uns vom Duft der Kirschen fast benebelt haben lassen und den Bienen bei ihrem eifrigem Werk zugeschaut haben, geht es zurück Richtung Privatweg und auf diesem dann weiter hinunter zum Aussichtspunkt des Köppchensees, einem alten Torfstich, der heute Naturschutzgebiet ist und Brutstätte für u.A. Blesshühner, Haubentaucher und diversen Entensorten.
Dann geht es weiter auf dem Weg um einen Blick auf die Niedermoorwiesen am Tegeler Fliess zu werfen. Hier ist das Wasser nicht nur flach, sondern auch geeignet, seine heissen Füsse hinein zu tauchen. 
Anschliessend geht es wieder ein Stück zurück, um dann auf die andere Seite zum Feld zu gehen und zur Osterquelle zu gelangen. 
Noch hängen bunte Eier drum herum und die Quelle ist durch die Bodengegebenheiten entstanden und wurde einst von den Jungfrauen genutzt. Heute ist das Wasser nicht mehr trinkbar, da es zu viele Mineralien enthält. 
Nun heisst es von der Quelle abschied nehmen und einfach den Feldweg entlang gehen, am Besten bis fast zur nächsten Bundesstrasse und kurz vorher auf den Pferdeweg dann einschlagen und bis zum Ende der Gestüte spazieren und sich an den vielen Pferden erfreuen, die dort grasen, galoppieren oder im Trapp mit erhobenem Haupt an einem vorbeikommen.
wo beginnt der Baum, wo endet er?
Trollblumen überall 

 
Schliesslich landen wir wieder und Berlin und hier kann dann gewählt werden zwischen Eis, Kaffee, Wurst, Restaurant oder gleich in den 222 Buss und zur nächsten S-Bahnstation, um dann wieder in die Stadt hinein zu fahren. 
Alles ist natürlich variierbar und ausbaufähig, je nach Zeitkontingent und Laune. 
Die eben erwähnte Version dauert ca. 4- 5 Stunden und ist sicherlich damit eher als kurze Wanderung anzusehen. Aber wer wird sich da gleich beschweren.
Also, probiert es aus und entdeckt eine weitere Seite von Berlin!

Tom Love