Montag, 18. Mai 2015

IDAHOT 2015 Berlin

Nun ist der -Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie- wieder einmal zelebriert worden. 
Er wurde in Berlin und vielen anderen Städten und Ländern genutzt um aufzuklären, zu gedenken und anzumahnen. 
Berlin hatte gleich mehrere Möglichkeiten für uns bereit gestellt beziehungsweise, es gab mehrere Aktionen, die statt fanden.
Und schon, kaum waren wir fertig, glücklich den Tag mit gutem Werke vollbracht zu haben, hagelt es Kritik. Aber dies deutete sich schon an.
Ein -Kiss In- das in Problembezirken statt findet, wurde als Provokation bezeichnet und ist doch gerade in den Problemgebieten so wichtig für die Akzeptanz und Toleranz von Lesben, Schwulen, Trans, denn es findet die Konfrontation mit der Theorie in der Praxis statt und der Lackmus- Test, aber auch die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung. Der -Kiss In- ist eine Aktion die seit mehreren Jahren, nicht nur in Berlin genutzt wird und für alle offen ist und auch so statt findet, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und tatsächlicher Sexualität, ganz im Gegenteil, was gerne behauptet wird von aktuellen Kritikern. 
Mahnwachen am Mahnmahl für die Opfer vom Faschismus wurden abgehalten und schon wird die Frage aufgeworfen, welche Veranstaltung denn wahrlich die Richtige war. 
Gerade bestimmte Menschen versuchen hier über die Gemeinsamkeiten hinweg spaltend zu wirken und die Unterschiede und Wertigkeiten herauszustreichen, um sich zu profilieren. Sie sind sich sehr bewusst, das aktuell in Berlin das Gefüge der Zusammenarbeiten sehr fragil ist, da in den letzten Jahren viele Fehler gemacht wurden und damit Uneinigkeit gab. 
Die Presse schreibt wie immer recht niedrige Teilnehmerzahlen auf und korrigiert sie weder im nach hinein, noch gibt sie das gesamte Bild wieder, was sich ereignete. 
Es stimmt aber, das die Teilnehmerzahl dieses Jahr sowohl bei den einzelnen Aktionen, als auch alle zusammen niedriger war, als im letzten Jahr. Sind wir deswegen bereits gescheitert? Muss man deswegen die Aktionen in Frage stellen und hämisch darüber herfallen? 
Mehrere Aktionen lassen einen Block der gross ist eher weniger sichtbar sein, jedoch verteilt sich vorteilhaft in der ganzen Stadt etwas, was wir brauchen- die Aufklärung und Konfrontation des Bürgers und darum geht es. 
Die Teilnehmerzahl sagt erst einmal gar nichts darüber aus, wieviele Menschen wir zum nachdenken bringen konnten. Nimmt man sich die Zeit und hört sich die Geschichten an, die vom Tage übrig sind, so haben wir womöglich dieses Jahr mehr Menschen angesprochen und dies auf vielfältigere Art und Weise als je vorher. 
So wurden Touristengruppen von ihren Guides beim Vorbeigehen der Mahnmache am Holocoust Denkmal aufgeklärt und es gab damit ein tieferes und sichtbareres Verständnis der aktuellen Problematik und des Sinnes dieses Tages. Das Projekt "Enough is Enough- Open your mouth" hat am Brandenburger Tor tausende Flyer vor und neben ihrer Bühne verteilt und unendlich viele kleine und längere Gespräche mit Passanten gehabt und war von zehn Uhr früh bis abends 18 Uhr anwesend, sowie ansprechbar und dies wurde vielfach genutzt, als auch angenommen. Bei der Demonstration am Wittenbergplatz kamen auch viele unverhofft in das Vergnügen, sich mit dem Leid von Schwulen und Lesben, wie Trans zu beschäftigen. 
Denn immer noch ist es so, das viele glauben, es sei alles nicht so schlimm oder betreffe sie ja als Heterosexuelle gar nicht. Viele halten es immer noch für eine Übertreibung oder denken es ist eine Entscheidung eines jeden Einzelnen Schwul oder Lesbisch zu sein oder Trans. Bei den Gesprächen sind die Menschen immer wieder erstaunt gewesen, wieviel Hass gegen Liebe existiert und in wievielen Ländern man in's Gefängnis kommt (70 Länder) und in welchen man zu Tode verurteilt wird (7). Vielen ist auch die Lage in Deutschland nicht wirklich bewusst und wenn wir Aktionisten darüber aufklären, staunen sie, wie wenig Gleichberechtigung tatsächlich existiert, wie oft LGBTI doch Opfer von Gewalt und Diskriminierung sind. 
Darum muss man sagen, das in Anbetracht dieser Zustände jeder einzelne Mensch der erreicht wird zählt und damit zum Nachdenken angeregt werden konnte und wenn es erst einmal für einen kleinen Moment ist. Daher kann keine der Veranstaltungen als Misserfolg gesehen werden, nur weil vielleicht nicht so viele Teilnehmer dabei waren. Aber wer dabei war, war es mit ganzem Herzen.
Und noch eines darf man nicht vergessen. Dieses Jahr gab es keinen offenkundigen Skandal, der als Aufhänger und Magnet herhalten konnte. Vielen sind die Meldungen aus den Medien zwar im Kopfe, doch sie sind keine -Erste Seiten Skandale- auch wenn es dramatisch ist, wenn Menschen von Häusern herunter geschmissen, wenn sie gesteinigt wurden, auch wenn es schlimm ist, das im Osten Russlands Teilnehmer der Demos blutig und brutal zusammengeschlagen werden, auch wenn Afrikanische Präsidenten mit dem Aufschlitzen von Schwulen und Lesben drohen und dies ausdrücklich offen empfehlen, so ist es zuletzt alles nur unter -ferner lief- zu finden. Menschenrechte haben selten bis gar nicht die höchste Priorität in der Presse. 
Ja, in Anbetracht dessen muss man sogar sagen, das alle Veranstaltungen zusammen doch recht erfolgreich wahren, aber auch offen zeigen, wie sehr oder wie wenig die Situation von LGBTI eingeschätzt wird im eigenem Lande und die Solidarität mit anderen als unwichtig oder kaum wichtig angesehen wird. Man darf auch kritisieren, das in der Hauptstadt die Egal-Haltung doch sehr ausgeprägt ist, jedoch gleichzeitig ist dies ein bekanntes Phänomen und einer der Anziehungspunkte, warum Berlin von vielen Menschen als Fluchtpunkt angepeilt wird. Hier ist die Politik gefordert, endlich diesem Image der Stadt von billig und unbedarft etwas Neues und Besseres entgegen zu stellen!

So kann man also den IDAHOT 2015 in Berlin abschliessend als erfolgreich, wenn auch ausbaufähig einschätzen, aber leider, leider noch immer als notwendig ansehen, denn der Anlass diesen feiern und begehen zu müssen ist ein trauriger. 
Liebe ist Liebe und begegnet doch immer noch soviel Hass. Liebe ist Liebe und sollte gleichberechtigt für alle Menschen gelten dürfen. Die Welt steht noch und wird mit Liebe erst recht stehen und auferstehen. Liebe ist Liebe und der gebührt die Freiheit und der Respekt. Sie sollte nicht verhandelbar sein müssen. Liebe ist Liebe und Genug ist Genug! 

TOM LOVE
(Twitter: @SebastianisLove)

Dienstag, 12. Mai 2015

Germanys next Top- Modell---> Eine weitere Trauergeschichte

Eine Trauergeschichte? Wie geht das bei einem Format, das in der x-ten Staffel läuft und dazu noch erfolgreich?
Ja, ein irritierender Moment, doch schaut man näher hin und denkt man darüber nach, so ist dies kaum verwunderlich.
Ja, ich habe mir wieder einmal das Glück gegönnt und hinein geschaut in die aktuelle Staffel und habe als Vergleich die Sendungen, die ich vom Anfang kannte, als dieses Format neu heraus kam.
Viel hat sich nicht verändert, was erst einmal positiv klingt, wenn man bedenkt, dass das Konzept sich damit bestätigt hat. Jedoch ist genau auch darin das Negative zu erkennen. Es hat sich leider nichts zum  Besseren verändert, ganz im Gegenteil.
Aber beginnen wir erst einmal mit dem- was ist das für ein Format? Es soll ja noch welche geben, die es nicht kennen und oder verstanden haben.
In erster Linie ist es Unterhaltung und wie so oft im Privatfernsehen glaubt sich der Zuschauer, als auch die Kandidaten klüger als das Medium selbst. Was natürlich nicht der Fall ist und so werden in diesem Falle junge Mädchen gnadenlos zur Schau gestellt und vor allem bloss gestellt. Längst ist bekannt, dass die Regie das letzte Wort hat und jedes Mädchen das Modell werden will einem Typus zuordnet und entsprechend zurechtschneidet. Ob die Person wirklich zickig ist, zu dumm oder zu selbstbewusst, weisst der Zuschauer ja nicht und so müssen die Opfer danach damit leben, das ein Bild in der Welt von ihnen vorherrscht, das sie gegebenenfalls unsympathisch erscheinen lässt.
Nach wie vor glauben aber die Meisten, das sie selbst nie Opfer solch einer Darstellung werden und ignorieren, das es sich um Dramaturgie für den Zuschauer handelt und damit wird jeder potentielles Fleisch, das ausgeschlachtet werden kann.
Wie sehr dieses Format sich dem Kommerz verpflichtet hat, weiss man seit vielen Reportagen. Eigentlich. Viele kritische Artikel haben bereits darauf hingewiesen, dass die ersten Produzenten der Show längst weg sind und sich Heidi Klum und ihre Firma die Sendung zurechtzimmern. Marken- oder auch Produktplatzierung ist das Wichtigste an der Sendung und den daraus resultierenden Geldeinnahmen. Genau genommen gibt es kaum ein Format, das soviel Werbung unterbringt wie GNTM. Es ist eine Werbesendung, in der die Kandidaten den Unterhaltungsfaktor spielen und gratis Werbung machen, ohne es zu merken. Es ist auch längst bekannt, das es nicht um Modells für den späteren Erfolg geht, sondern um Werbegesichter.
Dennoch läuft die Show und das Publikum, insbesondere junge Mädchen lassen sich immer wieder von neuem belügen. Der kritische Umgang wird nicht gefördert, weder von den Eltern, noch kaum von den Schulen.
Und sie werden fleissig belogen. Angeblich sei so das Modellgeschäft wird stets behauptet. Sie müssten soviel können und all das später auch so machen. Schauspielerei müssten sie unbedingt beherrschen (die Wahrheit ist- sie müssen Gesichter können auf Knopfdruck- was Kandidatin Vanessa in der aktuellen Staffel gut verstanden hat). Es wird betont wie wichtig das alles sei und das sie ja so hart arbeiten müssten, sonst seien sie ja nichts wert.
Ja, die Wertigkeit der Mädchen wird am Erfolg gemessen. Sind sie schön, können sie folgsam sein, sind sie sie gut für das Format, dramatisch und unterhaltsam? Die jungen Mädchen werden wie Puppen behandelt und so ist es fast schon logisch sie als Puppen zu fotografieren, wie in dieser aktuellen Staffel, oder sie in Mäntel den Catwalk vorführen zu lassen, in denen sie sich nicht bewegen können, ausser natürlich gehen. Aber das Gesicht muss ausdruckslos sein und dies wird von Heidi Klum hoch gelobt.
Heidi Klum, die eiskalte Moderatorin, die mit einer Offensichtlichkeit ihre Betroffenheit den Verlierer gegenüber heuchelt, um sogleich mit ihrer Moderation fortzufahren. Heidi Klum, die als Powerfrau auftritt, als Karrierefrau sich darstellen lässt und genau diese Frau fällt den Feministen, den Fortschrittlichen in den Rücken, indem sie ein Frauenbild propagiert, ausschlachtet, das Mädchen und Frauen zu stummen und dummen Dienern der Männer degradiert und nur als Sexobjekt ihren Wert steigern kann. Zynismus? Ach wo. Geld.
Sie lässt  aber nicht nur den Wert und die Würde den Mädchen abnehmen, sie haben sie nicht, denn was wir über deren Verträge wissen ist vor allem eines; die Abgabe aller Rechte an Frau Klum und ihre Firma. Da ist es eine bodenlose Frechheit und Heuchelei, dem Publikum zu erzählen, wie toll es doch ist einen Auftrag bei Maybelline zu bekommen, da dies ja soviel Geld für das Modell bringt und ach so wichtig für die Karriere ist. Leider sehen wir am Ende nie, ob und inwieweit sie wirklich dann als Gesicht der Linie benutzt wurden, noch mehr aber sieht das Publikum nicht, wer in diesem Falle das viele Geld bekommt. Frau Klum und ihre Firma natürlich und zwar fast alles. Billiger kann man nicht arbeiten. Wie praktisch für die Modebranche und für Frau Klum.
Aktuell haben wir noch den Herrn Joop, der sich als extrem erfolgreicher Modedesigner inszenieren lässt und nebenbei in die Kamera behauptet, er würde sich seine Modells für die Fashion Show nie selber aussuchen. Wer das glaubt, glaubt auch, dass die letztjährige Gewinnerin rein zufällig auch für den Laufsteg- Job vorgesprochen hat. Beides ist bestens geschauspielert.
Aber eigentlich ist das wie schon erwähnt ja alles bekannt und trotzdem gehen die Mädels mitsamt ihren Eltern zu den Castings der Shows und unterschreiben blind.
Obschon man hier sagen muss, das es wohl mittlerweile vielen doch zu Bewusstsein gekommen ist, das sie nach der Show wie heisse Kartoffeln fallen gelassen werden. Schlau wie die Programmmacher sind, wird das natürlich wegen Authentzität auch ausgestrahlt.
So wird dann am Donnerstag die vermeintliche "Next Top Modell" gewählt, aber nur wenn sie Glück hat, wird sie sich dann einigermassen als Modell durchschlagen können. Von Top Modell kann nämlich keine Rede sein und von erfolgreicher Arbeit als solches ist nicht viel zu sehen, wenn die Mädchen, die jungen Frauen es nicht per anderer Agentur versuchen, denn von Heidi Klum werden sie kaum Hilfe erfahren können. Von der ist ja auch bekannt, das sie nur ein Werbegesicht ist, aber kein Laufstegmodell, was sie gerne behauptet, aber eben nicht ist. Reich ist sie trotzdem geworden und sie ist bereit zu opfern, was zu opfern ist, solange sie und ihre Firma damit Kohle scheffeln können.
Der Gewinnerin ist nur zu wünschen, das sie ihren eigenen Weg in dem ganzen Lügengespinnst findet und sich selbst behaupten kann.

TOM LOVE
@SebastianisLove bei Twitter :-)



Mittwoch, 6. Mai 2015

Tanz auf dem Vulkan

Wenn ich so durch den Blätterwald der Tageszeitungen gehe, so könnte ich mir denken, das auch Euch   aufgefallen ist, wieviele menschliche Katastrophen die Schlagzeilen prägen. Kaum ist die Eine vorbei kommt die Nächste und es scheint, als seien sie dramatischer als vorher und es kommt mir so vor, als wenn wir jede mögliche Variante gerade durchspielen. 
Interessant dabei sind unsere Reaktionen, unsere Bewertungen auf die Situationen. 
Erst kommt die klassische schon allbekannte Medienhypegeschichte, das Drama wird erhöht, von allen Seiten beleuchtet und anschliessend wird diese Dokumentationsart und Reportageweise stark kritisiert. Es wird darauf hingewiesen wie ungleich bewertet wird und das es noch anderer Katastrophen gebe und diese nicht gegeneinander aufgewertet werden könnten. 
Doch dieses Jahr passiert etwas, was sonst eher selten ist. Obschon die Presse, die Medien erst die altbekannten Reaktionsmuster zeigen, so sind sie sehr bedacht darauf, jeder Katastrophe das gleiche Gewicht zu geben. Zufall oder Lernprozess? Man möge auf letzteres hoffen.
Aber eine Sache hat sich weiterhin nicht geändert. Wir müssen, sollen helfen und diskutieren dabei, wieviel dabei angebracht ist. Wieviel wollen wir geben? 
Warum scheint es bei der einen Katastrophe einfacher zu sein als bei der Anderen? 
Nun letztere Frage lässt sich leicht mit unserem Leben beantworten. Ein Flugzeugabsturz ist tragisch, aber zieht uns nicht in Verantwortung oder Handlungszwang. Ja wir verlangen zwar Aufklärung und Konsequenzen, aber es müssen immer Andere ran. Doch ein Schiff, voller Menschen die zu uns wollen, das sinkt vor unseren Grenzen, ist etwas anderes. Wir ahnen, Forderungen alleine reichen nicht und immer nur die Anderen machen lassen auch nicht. Auch wissen wir es braucht Geld und freiwillige Hilfe. Das alles ist uns näher, als uns eigentlich lieb ist und daher wollen wir möglichst wenig darüber wissen. Instinktiv. 
Es lauert nämlich die Frage der sogenannten moralischen Verantwortung und die Frage nach dem -Müssen wir helfen? -. 
Müssen wir? 
Eine provokative Frage. Denn meine eigene Schuld im Gefüge zu sehen und sie zu beurteilen ist nämlich gar nicht so einfach. 
Was habe ich damit zu tun, das es in Afrika Menschen aus ihren Ländern zieht? 
Was habe ich damit zu tun, das es in Erdbebengebieten arme Menschen gibt, die jetzt ohne Haus da stehen?
Haben wir nicht schon genug vor Ort geholfen? Oder haben wir zu lange geholfen und müssen nun von vorne anfangen, denn wir haben Kreisläufe in Gang gesetzt als Gesellschaft, die Abhängigkeiten von uns "reichen" geschaffen hat. 
Müssen wir deswegen helfen und unseren Soll bezahlen? 
Aber was kann ich als Einzelner für eine fehlgeleitete Hilfsentwicklungsmachinerie, die ich selber gar nicht in Gang gesetzt habe? 
Wo liegt meine Schuld, das es Arme gibt im Erdbebengebiet?
Und was ist mit der Tatsache, das viele das Risiko der Katastrophe in Kauf nehmen?
Die Flüchtlinge wissen oft um die Gefahren und doch gehen sie den Weg.
Die Menschen wissen um ihren aktiven Vulkan, oder dass der Landstrich auf dem sie leben ein hohes Erdbebenrisiko hat und doch bleiben sie, ganz unabhängig davon, ob sie arm oder reich sind. 
Es ist ihre Heimat. 
Weil uns diese Fragen unangenehm sind spenden wir, damit wir sie aus dem Auge und aus dem Sinn bekommen.
Das löst aber nur die Symptome und nicht die Ursache der Probleme. Es bringt nicht neues Leben und auf Dauer auch keine neue Hoffnung. Eine Spende alleine reicht nicht. 
Was also tun?
Wer schafft uns die Vorraussetzungen, das Flüchtlinge daheim bleiben wollen und dort ihre Kraft einsetzten, um ihr Land wieder zu einem Lebensziel zu haben? Wie bekomme ich die Menschen selber dazu, dies zu tun? Wie bekomme ich die Regierungen der Länder dazu, ihr Volk ernst zu nehmen? Denn oft wird über die Landflucht kaum berichtet, dieses gerne klein geredet oder einfach ignoriert.
Wie erreiche ich gemeinsam mit Menschen vor Ort Strukturen zu schaffen, so dass sie sich selber versorgen können, wenn das Land keine Geldreserven hat? 
Haiti versucht sich immer noch von seinem Erdbeben von 2010 zu erholen. Doch die Ereignisse sind fast vergessen und nur wenige Hilfsorganisationen sind vor Ort und versuchen den Aufbau zu unterstützen. 
Die oft laut herausgeschrienen Geldhilfsmittel der anderen Länder kommen meist zu spät, nur teilweise oder gar nicht erst an. Wie lange wird dann Nepal brauchen, was uns nicht am Herzen liegt. Es ist weit weg. Es herrscht absolute Armut und es ist kein interessantes Land für reiche Investoren. 

Bis jetzt regiert das Geld und die Lage über die Folgen einer Katastrophe. Wen trifft es? Arm oder reich? 
Es ist kein Geheimnis, das es von jeh her hiess- rettet das Geld zuerst. Sei es bei der Titanic, wo die reichen ihre Boote hatten und erst dann kam das- Frauen und Kinder-. In Kriegen werden zuerst die   Menschen die zur sogenannten Elite gehören in Sicherheit gebracht. Bei Erdbeben werden die Wohlhabenderen eher gewarnt sein, als die ungebildeten Armen. Die Bunker im Krieg hatten immer auch einen Bereich nur für Kunst und Unterlagen. Sie waren nicht nur für Menschen vorgesehen. 
Das ist alles bewusst bis heute so geblieben. Denn das Geld entscheidet bisher, wer überlebt und wem geholfen wird und vor allem wann. Alles nach der Frage: Ist der Mensch eine Geldanlage wert oder nicht. 
Doch interessanterweise ist es durchaus eben nicht diese Elite, die nach einer Weltweiten Katastrophe den Neuanfang garantieren könnte. Es gibt dazu übrigens einen wunderbaren Film: https://www.youtube.com/watch?v=zh_Rof-B0To
Dieser Film behandelt genau die Frage danach, wer sollte gerettet werden. 
Genau diese Frage muss in unserer Gesellschaft wieder gestellt werden. Wer sollte gerettet werden und wie stellen wir das an?
Dazu müssen wir aber schauen, wo es schon Projekte gibt, die genau diesen Weg gehen. So gibt es in einigen afrikanischen Staaten Bewegungen, die jungen Leuten klarmachen wollen, dass die Zukunft nicht in Europa liegt und ihnen Wege aufzuweisen versuchen. 
Aber das macht Arbeit dies in Erfahrung zu bringen und findet daher kaum Beachtung in unseren Medien und so diskutieren wir weiter fleissig am Kern vorbei und könnten eigentlich schon agieren und die nächste Zukunft in eine positivere Richtung lenken. 
Wenn wir denn wollen, weil ich will, weil du willst und weil alle es wollen. 
Wollen wir? 
Und so kommen wir zurück zu der Tatsache, dass das Wegschauen immer noch ein sehr beliebter, weil gut gelernter, Zeitvertreib ist. 
Der Tanz auf dem Vulkan geht weiter und doch, aus dem Augenwinkel kann man sehen, das sich etwas bewegt, verändert, ja bemerkbar macht. Die Nadel des Anstosses lässt sich immer weniger ignorieren. Wie lange noch?


Schreibt mir Eure Meinung, Erfahrungen und Anregungen. Ich freue mich immer in Kontakt mit meinen Lesern zu sein. Nutzt das Kommentarfeld oder geht zu Twitter unter @SebastianisLove















Love & Light 
Tom Love