Mittwoch, 16. November 2016

Familie und andere Schwierigkeiten

Nein, noch ist nicht Weihnachten, aber es wird schon auf Facebook und den Geschäften, Warenhäusern und Märkten mächtig darauf hingearbeitet, das es ja eine schöne, heimelige, kuschelige und Geschenke reiche Weihnacht wird und wir am Ende pleite. 
Also schadet es nicht, sich zur Entspannung im Kaffee, während der Rest der Bande sich noch weiter dem Stress des -Was kaufe ich bloss?- hingibt, ein gutes Buch zur Hand zu nehmen; zu genau diesem Thema. 
Witzig soll es sein, kurzweilig und aus dem Leben gegriffen; natürlich mit allem drum und dran, was zu Weihnachten gehört. Also Familienzusammenführung unterm Weihnachtsbaum und das auch noch im wunderbarem Berlin. 
Nur dieses Jahr hat es irgendwie in sich. So richtig kann sich keiner auf die heile Welt einlassen und dass, obwohl sie es alle bestens können sollten. 
Der Teufel steckt wie immer im Detail und jeder darf seine Sicht der Dinge zum Besten geben, von der Mutter bis zum Lover, vom Vater bis zur heimlichen Freundin, ist bei Jo Malinkes "Alle unter einer Tanne"  einfach jeder und alles dabei und man selbst als Leser mitten drinnen.
Das schöne an diesem Buch ist wahrlich, man kann es am Stück lesen oder eben Kapitel für Kapitel. 
Ich jedenfalls habe es Stück für Stück auf meinen Wegen in der Bahn gelesen und herzlich, ach herzhaft gelacht und mich köstlich amüsiert, bis zum Ende des Buches hin.  Der Spannungsbogen wird wahrlich aufrecht gehalten, gerade weil die Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Am Ende gilt selbst für den Leser, im Glashaus sitzen wir alle und Weihnachten sollte man doch besser locker nehmen. Aber vorsicht, wer Weihnachten langweilig findet, bekommt hier die Warnung, das manche Wünsche anders in Erfüllung gehen, als gedacht. 








Euer TomLove

Freitag, 11. November 2016

Für eine Handvoll Mäuse!

Eine kleine Herbstlektüre gefällig?
Gar aus der Reihe, Krimis die besser werden mit der Zeit?
Rita Mae Brown und ihre Krimireihe mit der Katze Sneaky Pie Brown war anfänglich einfache, lustige und lockere Unterhaltung und es schien nach dem zehnten Band, das es keine weitere Fortsetzung geben würde. Ehrlich gesagt hatte man als Leser eigentlich auch genug.
Doch dann begann sie wieder zu schreiben und fing an in ihren neuen Fortsetzungen sich immer einem neuem Thema zu widmen und dies angenehm unaufällig. 

Gerade bei den ersten Bänden.
So hat sie Themen der Religion, der Wirtschaftskrise auf dem Land, Generationskonflikte und die Trugbilder der frühen Jahre in ihre Geschichten verarbeitet.
Mit anderen Worten, sie schreibt über den Alltag in Kleinstädten und ihre Verbindung zur grossen Welt.
So kommt so etwas wie Geschichte und kritische Selbstreflexion der heutigen Zeit in ihre Jagd nach dem Mörder.
Denn um einen Mord geht es auch diesmal, vor dem Hintergrund von einem der wichtigsten Feiertage in den USA. Wieder kann die Hauptfigur Harry sich nicht zurück halten und sucht nach den Beweggründen und dem Täter der Tat. Sie hilft damit nicht ganz unerwünscht der Polizei, aber bringt sich wie so oft selbst in die Gefahrzone. Mitten drinn ihre Katzen unter Anderem Mrs Murphy und der treuherzige Corgi, die auf ihre Weise versuchen zu helfen und Kommentare zu den Menschen um sich abgeben. Und so ganz nebenbei erfährt der Leser etwas über sehr ursprüngliche Dinge bezogen auf Landbesitz und wie damit heute politisch umgegangen wird.
Wie immer leicht im Ton geschrieben, dabei lebhaft und bildlich schön verpackt, bleibt dennoch die Lösung des Rätsels auch diesmal bis zum Ende offen.
Wer also wieder einmal einfach schmökern möchte, sich leicht amüsiert unterhalten lassen will und dabei etwas lernen mag, ist bei diesem Buch richtig.

Euer TomLove

Donnerstag, 10. November 2016

Das Geschenk der Katstrophe

Ist der Aufschrei der erst einmal folgt, bevor sich die Gemüter legen und alle wieder ruhiger ein- und ausatmen.
Das eigentliche Gute an so einer Situation aber ist, die plötzliche (meist kurzzeitige) Klarheit der Verhältnisse und Sicht auf die Dinge vor einem.
Donald Trump und seine Partei haben gezeigt, wie weit man gehen kann und damit der Fiktion ein reeles Vorbild gibt.
Wie so oft schreibt das Leben die verrückteren Geschichten.
Donald Trump und sein Wahlkampf haben aber auch gezeigt, wo wir wirklich stehen, wo Hass ist, Dummheit herrscht und wieviel eine Schlammschlacht selbst den besten Absichten schaden kann. Wie sehr ein Gegner fast mundtot gemacht werden kann, auch nach dem Sieg des Teufels.
Zweifel sähen, funktioniert besser, als es uns in Märchen erzählt wird.
Wir sehen aber auch, wie sehr die Politik versäumt hat sich endlich von alten Pfaden zu trennen und statt dessen verhärmter als jeh um ihre Diamanten kämpft. Das Besitzdenken ist so stark verankert, dass die offensichtliche Alternative ignoriert wird, im Angesichts einer wirtschaftlichen, politischen und zwischenmenschlichen Entwicklung, welche nun einmal nicht nur immer weiter, höher und schneller gehen kann, ohne einen Preis einzufordern.
Wir erleben den vorläufigen Sieg von Machtbesessenheit, Gier und Unmenschlichkeit. Dies auch noch so klar und deutlich, und doch sehen es millionen von Menschen nicht. Gleichzeitig spühren wir, wie falsch es ist, aber wir hängen nun da drinnen.
Nun ist es aber auch ein Geschenk für die Landesleute selbst- in den USA und für die Weltgemeinschaft, endlich vom Gedanken der Weltmacht sich zu verabschieden. Europa muss sich endlich auf sich selbst besinnen, Russland wird hoffen, dass sie wieder erstarken, doch die Zeichen stehen dafür nicht gut. Schon seit ein paar Jahren gibt es keine einzige Weltmacht mehr. Alle Mächte, Länder sind im Wandel, am Drehen und keiner kann sich zurzeit hervorheben. Das ist im Grunde ganz gut so, denn so müssen wir uns alle wieder auf unsere Kernpunkte besinnen und uns fragen, was wollen wir, wie wollen wir und wo wollen wir hin?
So schallend diese Ohrfeige ist, sie ist eine Chance und ein Aufruf an uns alle.

Euer TomLove

Mittwoch, 9. November 2016

Wenn die Wirklichkeit der Fiktion davon läuft

...dann bekommt das Wort Grösse eine neue Bedeutung. Grösse kann etwas ganz tolles sein, aber gross sein können auch furchtbare, dunkle Dinge. Die Hoffnung mag sich noch so sehr an die Dinge klammern, das Andere kann sie dennoch schwer erdrücken. Und ein Schock kann Hoffnung fast zunichte machen, denn man erstarrt, erschreckt, man wundert sich und ist sprachlos. 
Doch ganz so sprachlos ist man gar nicht. Der Kopf ist schnell am rotieren, nach Gründen suchen, nach dem - es begreifen wollen-. Aber er vergisst, dass das Gefühl mit im Spiel ist. 
Gefühle lassen sich mit Worte selten beherrschen, oft kaum beschreiben und noch weniger voraussagen. 
Wir erleben gerade, was passiert, wenn man vergisst, wie Mensch sein ist. 
Wir haben uns auf Vorraussagen verlassen, doch Logik war nie des Menschens natürliche Sache. 
Wir haben zu lange darauf vertraut, auf das- es wird schon, doch vergessen das es immer einen geben muss der tut.
Nun werden wir Analysen lesen, das wiso, warum, weshalb erlesen können und doch wird es scheinbar unbegreiflich bleiben, denn wir werden den Fehler machen wollen, alles mit dem Kopf zu verstehen. Obschon wir ahnen, dass die schallende Ohrfeige mit mehr als Gedanken zu ergründen ist. 
Der Schreck ist Schmerz auf der Seele. Wir spühren, ja fühlen den Abgrund, die Angst, das Dunkel.
Doch wie konnte es nur dazu kommen?
Ach das müssen wir uns gar nicht mehr fragen, denn die Fratze ist nur die Eisspitze und wir wissen sehr wohl die vielen Gründe. 
(Ab davon wer lächelnd neben der Fratze steht ist viel gefährlicher.)
Tun wir nun endlich etwas? Aber was? 
Ein Bekannter schrieb' heute, es reicht nicht nur zu liken, wir müssen wieder in die reale Welt und doch ist auch die Welt des Netzes so real wie die der Träume, wie die der Hoffnung und die der Bücher... Aber recht hat er, das etwas getan werden muss. Nur, was? Rufen, schreien, schreiben, malen, singen, tanzen...? Die alten Wege begehen? Aber das hat doch eben nicht mehr funktioniert! Doch neue Wege fallen uns nicht ein. 
Deswegen sitzt der Schock unter Anderem auch so tief. Wir sind intelligent oder auch nicht, aber Lösungen sehen wir alle nicht. Veränderung tut Not, doch wie gelangen wir dahin? 
Sicher, wir müssen und können weiterhin Menschen bilden, zum selbständigen Denken lenken, aber unsere Erwartungen sollten wir ändern. Denn zuhören kann ich kaum erzwingen, nur hoffen, dass etwas von dem Gesagten aufgenommen wird. 
Bis dahin wird die Masse, vor allem die Schlafende weiter in's Dunkle treiben, bis sie plötzlich erschrecken tut, ob der Dunkelheit und nach dem Licht sucht und sich an uns erinnern wird, an uns- die Ihnen schon vorher den Weg in das Licht weisen können. 
Es währe einfach sie mit abfälligen Bewertungen zu bennen, diesen vielen Menschen negativ zu begegnen, weil sie schienbar ohne zu denken oder weswegen sie es auch immer tun, dem Abgrund entgegen laufen, oder weil sie sich fürchten, denn Angst ist eine Macht, mit denen sie sich gut fangen lassen und noch die eine oder andere Zutat. 
Ganz wie in allen den Geschichten von Gut und Böse, doch im Gegensatz zu diesen, gibt es keine rettenden Supermänner, keine Aliens in einer blauen Box, keinen Harry Potter oder andere grossen und tollen Helden in unserer Wirklichkeit. Wir werden den Weg des -Menschen sein- bestreiten müssen. 
Schritt für Schritt. 
Wir werden jetzt mit dem Bewusstsein weiter gehen, das eine neue Zeit angebrochen ist und weil es so grosse Fortschritte im Positivem gab, wehrt sich jetzt das Negative lautstark. 
Klingt Dir jetzt alles zu allgemein und irgendwie nicht fassbar?  
Genau das ist es ja, kaum fassbar aber doch Hoffnungsvoll klingt es, denn es bedeutet, wir können durch diese stürmische Zeit gehen und haben Mittel uns zu behaupten; uns denen die Sonne am Herzen liegt, denen Liebe und Respekt ein ehrlicher Begriff ist und Frieden ein erstrebenswerter Wert. 
Gerade weil wir von der Angst umfangen werden, ist es wichtig sich an die Hoffnung, an die Liebe, an das Licht, an das Schöne zu erinnern und erst recht darauf zu setzten, dafür zu kämpfen und uns noch mehr für mögliche Wege zu öffnen. 
Die widerholte und diesmal noch kräftigere, schallende Ohrfeige ist ein Weckruf, sich zu schütteln, an Glaubensmuster zu rütteln und endlich die Wege der Zukunft zu entdecken. In jeder Hinsicht, denn nicht nur in der Politik hakt es. 

Euer TomLove


Sonntag, 9. Oktober 2016

Post zum heiligen Sonntag

Wie immer, stehe ich früh auf und mache mir meinen Kaffee. Die Sonne am Horizont gerade am Aufgehen und den Tag erhellend, wärmt sich während dessen mein Brötchen auf. Die Butter steht schon geduldig auf dem Tisch, als auch die Marmelade. Nun schnell noch die Milch raus.
Den kleinen Luxus gönne ich mir. Jeden Morgen, meist so ab fünf Uhr, aber gelegentlich auch etwas später. 
Zu dieser frühen Tageszeit scheint der Tag lang und unendlich und ich habe die Ruhe weg. 
Später dann geht es zum Sport, denn heute ist einer meiner freien Tage, wo ich bereits am Morgen mich leiblich ertüchtige. 
Auf dem Weg zum Studio komme ich an Häusern und ihren Gärten vorbei und so sehe ich, wie der Herbst seinen Einzug hält; die letzten Blumen blühen, die Blätter welken und sich die Apfelbäume vom Gewicht der Früchte biegen. Geradezu zum Greifen nah. 
Und da, dann auf der gegenüberliegenden Seite sehe ich ein fast schon märchenhaftes Bild. 
Ein Rehkitz, samt Mutter und einem jungen Hirsch, der auf dem Rasen des Grundstückes sitzt. Ruhig schauen sie in meine Richtung und beobachten mich, schätzen ab, ob ich eine Gefahr sein könnte oder nicht. 
Nun wünschte ich, ich hätte mein Handy dabei, aber wie ich nun mal bin, habe ich es daheim gelassen. Man muss nicht überall erreichbar sein. 
Das sehen viele allerdings anders.
Doch trotz des Hinweises es nicht zu tun, wird immer wieder im Sportstudio telefoniert, und da könnte ich mich immer wieder ärgern, aber dann denke ich mir, erstens ist es sinnlos und zweitens sind die Herrschaften eher zu bedauern, das sie glauben nicht ohne es leben zu können. 
Unsere Abhängigkeit von dieser Technik ist schon mächtig. 
Oder besser gesagt, wie sehr haben wir uns von ihr abhängig machen lassen.
Geht einmal das Internet nicht, ist man wie abgeschossen, sitzt vor dem Bildschirm und fragt sich was nun? 
Ach ja, lesen könnte man ja mal, aber warum geht jetzt das verdammte Internet nicht!
Rastlosigkeit steigt auf und ich bin immer wieder dankbar, das ich mir dessen bewusst bin und dem entgegentreten kann. Ja, lesen! Oder einfach Musik, oder lernen oder doch einfach noch mal raus in den Park. 
Dann kann man auch Wunder der Natur erleben, wie diese Stadthirsche, denn in der Stadt leben sie sehr wohl.
Ich muss lächeln und denke wieder mal, das manche Augenblicke eben nicht fotografiert, sondern genossen werden wollen. Einfach so. 
Wie bei dem Igel, der über die Strasse lief und von weitem erst einmal wie eine Ratte aussah, da er so flink war. Doch auch hier lohnte sich noch einmal genauer hinzuschauen. Die Wirklichkeit dem eigenem Auge bewusst machen und dem Kopfe, der meint das geht doch gar nicht. 
Ja, dieser brabbelnde, babbelnde Kopf redet ganz schön viel dummes Zeug zuweilen. Gut wenn man ihn im Griff bekommt. Sonst währe ich niemals so früh aufgestanden oder gar zum Sport spaziert. 
Der Weg dahin ist ja praktisch ein Aufwärmtrainingsspaziergang. Zwanzig Minuten stramm Marschieren und das bei jedem Wetter und gleich mal Kalorien verbrauchen. Was mich daran erinnert, das ich neulich las, das Gedanken durchaus mehr Wirkungskraft haben als so manch einer glaubt. Sportwissenschaftler haben nämlich herausgefunden, das man sehr wohl Kalorien verbraucht, wenn man seinen Spaziergang als Sport betrachtet, jedoch nichts oder nur wenig verbraucht, wenn man denkt, das ist blos ein Spaziergang. Der Körper tut ja schliesslich, was der Kopf sagt. Noch schöner wird es, wenn die Herren Wissenschaftler auch noch erzählen, das Laufen und schnelles Gehen etwa gleich viele Kalorien verbrauchen. 
Wie schön, ich mochte noch nie das Rennen! 

Euer TomLove

Dienstag, 27. September 2016

Abendsonnenuntergang

Abendsonnenuntergang

Schau' dort ist der Wellenreiter
und dort drüben der Sandburgarbeiter
Schau' da ist der Käpten grad' am winken
und dort der Starndverkäufer Touristen linken
Schau' da ist ein kleines rotes Bötchen
und da sitzt ein Mann mit seinem Brötchen

Aj, aj Käpten auf der See
sag' was hat die Stund' geschlagen
Aj, aj Käpten auf der See
sag' ist es schon Zeit zum schlafen

Schau' dort ist der fesche Inselschriftsteller
und dort stehlen die Möven Essen vom Teller
Schau' da ist die Pfarrersfrau am trinken
und dort der gute alte Mann am hinken
Schau' da ist die Sonne noch zu seh'n
und für alle ist es Zeit zu geh'n

Aj, aj Käpten auf der See
sag' was hat die Stund' geschlagen
Aj, aj Käpten auf der See
sag' ist es schon Zeit zum schlafen

Schau' dort sind die Vögel alle auf dem Dach
und dort drüben sagen sich Hinz und Kunz gut' Nacht
Schau' dort wiegen sich die Bäume leicht im Wind 
und dort drüben ruft die Mutter nach dem Kind
Schau' da kichert das verliebte Teenagerpaar
und für die Bäckersfrau war's ein gutes Jahr


Aj, aj Käpten auf der See
sag' was hat die Stund' geschlagen
Aj, aj Käpten auf der See
sag' ist es schon Zeit zum schlafen
Euer TomLove

Sonntag, 25. September 2016

EIN HERBSTSONNENAUFGANG

Die ersten Sonnenstrahlen wecken mich durch das Zimmerfenster. Es ist gerade kurz vor sieben Uhr und ich stehe auf, denn ich will den Morgen nutzen und den noch warmen Herbst erleben. 
Kurz die Körperpflege und hinein in die Klamotten, Schlüssel in der Hand und raus geht es. 
Noch ist es leicht frisch, aber ich bin es bereits gewohnt, so dass es ungehindert los gehen kann. 
Heute nehme ich den Weg links vom Haus entlang, statt rechts über den grossen Parkplatz. Dort tummelt sich zu dieser Zeit keiner, ausser im Sommer, wenn dort der Flohmarkt ist. 
Nach wenigen Schritten erreiche ich den Parkeingang und gehe die kleine Erhebung hinauf bis zu den Tieren im Gehege. Es sind allesamt Vögel und ein paar ganz besondere. Pinguine. 
Normalerweise gehe ich daran vorbei doch heute zog es mich zu ihnen und so konnte ich sehen, wie sie verteilt auf den Klippen standen und ssich rege unterhielten, als auch im Wasser waren und sich sauber machten. Dabei drehen sie sich fast um sich selbest herum und zeigen sich erstaunlich gelenkig. Zum Abschluss schiesst ein jeder ein paar Runden mit grossem Schwung in der Kurve um dann schliesslich aus dem Wasser zu steigen, sich stramm hinzustellen, zu schütteln und mit den Flügeln zu schlagen, damit sie trocknen. 
Ich lächel und denke wie lustig und schön. Ja, ich starte den Tag mit schönen, guten Gedanken und mit mehr Ruhe, denn ich bin sonst eher der - in 15 Minuten fertig Typ-. 
Nach vielleicht einer viertel Stunde gehe ich den Weg weiter hinauf und ehasche dabei Blicke auf badende Sing-Vögel und noch schlafende Seelöwen. Es stimmt, die gibt es da auch. 
Der Wind weht lau und ist angenehm in seiner Wärme. Dann steuere ich mein Ziel der Wanderung entgegen. Den kleinen 300meter Berg hinauf auf den Aussichtturm. 
In Gedanken der Frage nachgehend, was würde ich machen, wenn dies mein letzter Tag auf Erden währe. Für manchen ein morbider Gedanke, aber eigentlich ganz gut, denn was kommt dabei heraus, wenn man ehrlich darauf antwortet? In Eile zur Arbeit hetzen; das Frühstück weg lassen; nicht nach rechts und links schauen; den Stress auf Arbeit über sich ergehen lassen, schlechte Laune haben, stöhnen ob der Dummheit der Menschheit; Nachrichten hören und sich darüber ärgern? 
Wohl eher nicht, denn was währe einem wichtig? Was währe mir wichtig? 
Anderen die Leviten lesen oder das grosse Geständnis? Wohl kaum, denn ich denke eher an Dankbarkeit, an noch einmal die Natur geniesen, in Ruhe durch die Strassen gehen, letzte Sätze schreiben und Anrufe machen; sagen das man froh um jeden Menschen und jede Lektion ist und vielleicht den einen oder anderen Tip weiter geben. Ja, ich würde mir richtig gutes Essen gönnen und Blumen kaufen und Dinge verschenken und Menschen umarmen und mir am Ende die Musik meiner Tage um die Ohren schmeicheln lassen. 
Warum aber erst am letzten Tag des Lebens? Kann man das nicht täglich oder doch bereits vor seinem Abscheiden tun? Man kann, und dadurch auch noch glücklich sein. So gleiche ich ab mit dem was ich bereits tue und denke, da könnte ich besser sein, dort könnte ich mehr beim Menschen sein. 
Das schöne an dieser Frage denke ich, ist das man fühlt, man kann leben, wir sind eins, mit allem, und denken uns doch so allein und abgegrenzt von allem. 
Der Weg geht hinauf, ich kann dabei aus verschiedenen Faden wählen. 
Ich entscheide mich für einen schmalen, der eher überwuchert ist und gehe ihn langsam hinauf, erspühre die Sonne auf der Haut und entdecke die Schönheit des Herbstes, ganz ohne Gedanken.  Der Geruch von Laub auf dem Boden und von Nadeln, dem frisch gemähten Gras das ein wenig nach Heu riecht und der von unten vom Park nach oben getragen wird sehe die farbigen Blätter und vielen Tannenzapfen. Ich sehe die Sonnenstrahlen hindurchscheinen und entdecke Tode Bäume in ihrer Schönheit und wie sie sich mit der Zeit geformt hatten, fast Märchenhaft gewrungen und verschlungen. 
Oben angekommen atme ich durch und gehe die Stufen der Aussichtsplattform hinauf und empfange die Sonne in aller Fülle, während nur ein paar Wolken den Himmel streifen. 
Der Blick über den Park, geht über die Stadt, zum Wasser und zurück. Welch eine Ruhe, welch eine Weite. Was könte jetzt noch zu tun sein, als zurück und zum Frühstückskaffee zu gehen? 
Noch eine Weile verweilen. geniesen und durchatmen. 
Auf dem Weg zurück sehe ich eine Treppe, die zwischen den grossen Granitsteinen entlangschlengelt und mit dem ersten Laub bedeckt ist und mich an Herr der Ringe erinnert.  
Plötzlich kommt die Sonne wie aus dem Nichts hervor und strahlt durch die Baumkronen mit einem warmen, goldenem Licht auf die Treppe, den Granit und die Tannenbäume. 
Ein magischer, zauberhafter Augenblick. 
Da kann ich nicht anders und muss einfach lächeln, ganz für mich allein und in mich hinein. Und ich denke, ja, so würde ich meinen letzten Tag beginnen wollen. genaus so.  
Doch dann gehe ich weiter, obschon ich bleiben könnte und freue mich auf den Kaffee, den ich mir machen werde und das ganze Frühstück für mich selbst. Denn der Rest im Hause schläft noch, auch als ich wieder zurück bin. 
Ich sollte wirklich versuchen den Tag in dieser Weise zu beginnen. Und wenn es nur einfach ganz in Ruhe den Morgen ansteuern ist. Allein positives zu denken, schöne Dinge zu sehen und ohne Stress und Eile zu sein lohnt sich für den ganzen Tag.  
Nun ist es schon bald wieder Abendzeit und ich habe ganz gut den Tag meine Dinge erledigen können. 
Ja, manchmal ist man einfach selbst schuld an einem guten Tag. 
Am besten ist man es. 

Euer TomLove

Montag, 18. Juli 2016

Gedanken zur Welt und ich mittendrin

Eine kleine Ursachenforschung bezüglich der Ereignisse der letzten Wochen. Geht das? Einen Versuch ist es wert, denn bei längerem Nachdenken, stelle ich fest, vieles hängt mit Dingen und Ereignissen zusammen, die vor etlichen Jahren stattfanden. Wo aber beginnen?
Die Wende scheint ein guter Ausgangspunkt zu sein, denn hier hat sich mehr als nur ein Land verändert und in eine neue Zeitphase begeben. Der Zusammenbruch eines Systems und der Anfang mit etwas Neuem, dennoch nicht unbekanntem, began. Dabei wurden bereits erste Fehler gemacht die ignoriert wurden und bisher auch immer noch ignoriert werden.
Die Menschen bekamen ein neues Land, obschon sie an gleicher Stelle blieben, meistens. Neue Gesetze, neues Geld, neue Waren. Ganz, als wenn sie alle in's Ausland gezogen währen. Und eine Wirtschaft die Zusammenbrach, aber nicht wirklich ersetzt wurde. Ängste und Unsicherheiten die erst durch viel Geld und mit wunderbaren Versprechen überblendet und dann einfach als nicht gegeben angesehen wurden.
Dennoch, es war eine absolute Aufbruchstimmung in jeder Hinsicht, trotz Knirschen hie und da.
Doch dann kam die Blase, welche Platzte und auf einmal waren Geld und Arbeitsplätze weg. Erste wirkliche Unsicherheit traf auf und auch das Wissen, das bestimmte Dinge doch endlich sind und eben keine Selbstläufer. Doch geändert an den Ursachen hat man fast gar nichts.
Stehen wir damit vor der nächsten Blase die platzen könnte. Absolut. Steuert man dagegen? Ja, massiv sogar. Südamerika hat sich vom Dollar getrennt, Asien hat sich einen eigenen Wertmarkt aufgebaut, die Zinsen werden geregelt noch und nöcher und die Anleger schieben wild ihre virtuellen Gelder umher. Im Rahmen dieser Krise, der Ersten grösseren Wirtschaftskrise nach dem Mauerfall, wurde viele Gelder eingekürzt, vor allem auch da, wo Menschen aufgefangen wurden. Bei den Kinder, bei Jugendprojekten, eben vor allem bei denen, die der Unterstützung abhängig waren.
Nun entstand ein Leerraum. Nicht nur in Deutschland. Diese Kürzungen gab es überall, zusammen mit einer falsch verstandenen Toleranz gegenüber Menschen und Situationen, die dem Demokratieverständnis entgegen liefen und dem Umgang miteinander, den wir uns hier in Europa erarbeitet hatten.
So war es ein leichtes für Seelenfänger aller extremen Art, sich Nachschub zu besorgen und da die Öffentlichkeit lieber weg sah, hatten sie auch genug Zeit und Muse, ihre eingefangenen Seelen zu formen. Den Hass zu sähen, wachsen zu lassen, das braucht durchaus Zeit und geschieht nicht binnen Tagen. Es fing damals an.
Doch der eigentliche Knackpunkt, ja Wendepunkt dürfte 9/11 gewesen sein. Hier hatte die Demokratie die Chance sich zu verteidigen, zu beweisen, dass sie das bessere Model ist, Frieden und Wohlstand gewähren kann. Denn ja, die Demokratie begann zu vergessen, das sie weder ein Selbstläufer ist, noch selbstverständlich und das es Überzeugungsarbeit braucht. Sie began zu vergessen, das sie sich verteidigen muss, immer noch.
Doch was geschah statt dessen?
Es wurde der Krieg ausgerufen, die Achse des Terrors entflammt und nicht einmal darauf geachtet, ob das überhaupt Sinn macht.
Bereut haben wir es schnell, aber erst jetzt verstehen wir, wie falsch diese Handlungen waren.
Es war der Beginn die 2- Staatenlösung zu kolportieren, mit Russland sich auseinanderzufetzten und den mittleren Osten zu destabilisieren.
Die Radikalisierung bekam Nahrung. Und ass.
Jetzt stehen wir nicht vor mehr Krieg, aber was die letzten Wochen gezeigt haben war; jetzt zeigen sich mehr als deutlich die Farben, die wahren Gesichter. Die letzten zwei Jahre scheinen der Beginn eines Finales zu sein, das uns jetzt bevor steht. Die Gegensätze sind lauter als je zuvor. Die Kräfte kämpfen verbissener als je zuvor. Arm gegen Reich, Neue Welt gegen alte Welt. Das alte Europa gegen die Diktaturen. Und nicht zuletzt spirituelle und Atheisten visus monotaistische Religionen.
Ja, einer der unterschätzten Akteure im Spiel ist die katholische Kirche. Die gibt sich scheinbar mehr modern, aber wer genau hinschaut sieht, das sie die alte Sprache weiter spricht und sich mehr denn jeh in die Politik einmischt. Sie zündelt wie viele Rechts- und Linksradikale am Feuer fleissig mit. Sie bezeichnet sich standhaft, als die einzige wahre Kirche und mit dem einzigen wahren Glaube. Die Gelder die sie haben, sind immens und es ist schon erstaunlich, wie wenig Aufruhr es gab, als in Deutschland und Schweden die tatsächlichen finanziellen Verhältnisse bekannt wurden. Da sollte man eigentlich meinen, der Staat möchte sofort aufhören, denen noch weiter Money in den Arsch zu schieben.
Doch die Kirche betreibt seit Jahrhunderten erfolgreiche Lobbyarbeit und ist eines der reichsten Unternehmer. Wir werden aber abgelenkt von Verschwörungstheorien über die Rothschilds und Co., wobei darin ja durchaus Wahrheit steckt.
Und ein weiterer Umstand macht sich immer mehr bemerkbar, der ist aber kaum bekannt. Der US Dollar ist keine Landeswährung der USA. Das Geld wird von der Bank of Amerika geliehen. Darüber sollte man durchaus einmal genauer nachdenken.
A propo Verschwörungstheorien; aktuell wird die Wahrnung eines dritten Weltkrieges wieder laut. Die über 30zig jährigen dürften sich, wie alle älteren auch, wundern. Hatten wir den nicht schon? War der nicht schon mehrfach angekündigt und doch nicht so gekommen? Die Meisten werden dabei an Sadam Hussein denken und den Krieg der durch Bush statt fand und das Übel was danach sich entwickelte. Ja, da waren viele Parteien daran beteiligt, aber der 3. Weltkrieg war es sicher nicht. Das widerum wirft die Frage auf, ob damit eigentlich in den Prophezeiungen ein Krieg in Europa selbst gemeint ist. Schliesslich waren 1. und 2. hier bei uns. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, ob es hier um die alte Weltordnung gegen die Neue geht. Es geht ja offensichtlich nicht allein um Öl und andere Reserven, nicht um Religion, auch nicht um Arm gegen Reich, vielmehr fühlt es sich an, als wenn es darum geht wer siegt am Ende- die Demokratie oder die Alleinherrschafter?
Kein Wunder wenn jetzt immer mehr Stimmen laut werden, die sich um die Wahl in den USA drehen. Ein Land, das einmal sehr einflussreich war, aber auf dem Weg in eine neue Zeit ist, dies aber nicht wahr haben will.  Ein Land in dem 3 Kandidaten für 3 Modelle stehen. Der Erste steht für Alleinherrschaft und Krieg, der Zweite für Modernismus, aber dennoch Kapitalismus und Teil der alten Elite und der 3. für eine Soziale Ausrichtung, jedoch der alten Schule. Alle Drei sind nur mehr oder weniger Zukunftsfähig. Eine neue Idee fehlt auch in diesem Land fast völlig. Sie alle kommen aus den alten Strukturen, wie der Rest unserer Politiker auch.
Wieso dann ist diese Wahl auch für uns so wichtig? Sind es die Verträge? Eher unwahrscheinlich das es darum geht.
Sie werden vielmehr darüber entscheiden, wie das Finale ablaufen wird, welches wir wohl erwarten könnten.
Der Konservative wird schnell den Krieg für alle bringen, die Moderne könnte ihn abwenden, wird es aber nicht schaffen und so wird es knirschen und der Soziale wird zu schwach sein, um agieren zu können.
Die radikalen Kräfte jedoch brauchen nur einen einfachen Auslöser und im Grunde ist es egal wer oder was es ist. Sie sind bereit und das zeigten sie in den letzten Wochen ganz deutlich.
Noch hält die wirtschaftliche Mauer von Deutschland, Schweden, Dänemark und Norwegen, aber sie brökelt und wird ihre Schutzwirkung bald verlieren. Wir sind kaum verschont geblieben, weil wir eine bessere Polizei haben. Es dürfte wohl unter Anderem an der Schwammigkeit Merkels liegen, die sich am Ende vermutlich als Nachteil herausstellen wird. Und es ist sicher auch der Umstand, das gerade Deutschland Waffen in die Kriegsländer verkauft und sowohl z.b. direkt/indirekt die Hammas, wie die Juden finanziell unterstützt. Scheinbar das Aufrechthalten des Gleichgewichtes.
Doch leider höhlt sie damit die Werte der Demokratie aus.
Dies tun zurzeit so sämtliche Politiker, nur das z.B. Spanien, Portugal und Italien schlicht zu  uninteressant sind, aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage.
Sicher sind sie deswegen aber kaum.

Nehmen wir etwas Abstand von diesem schrecklichen Bild, das sich hier aufzeigt. Die Entwicklungen in den Ländern ähneln sich. Die Politiker, die den Kopf des Landes stellen, haben keinen Kontakt mehr zu dem Körper, dem Bürger. Dort gibt es jetzt zwei Arten von Krebsgeschwüren. Die bösartigen, die aus Hass bestehen und der gutartige Krebs, der aufbegehrt, weil der Kopf ihm nicht zuhört.
Ein wenig spiritueller gedacht, könnte man meinen, das es kein Zufall ist, das gerade jetzt so viele bekannte Persönlichkeiten sterben und dies vor allem am Krebs und zudem daneben die Ermordeten zu finden sind, die wie ein Symbol für die selbstzerstörerische Kraft wirken.
Das erzeugt Trauer und Trauer zwingt den Menschen zum Innehalten, zum Nachdenken, eventuell bringt es den Menschen sogar zum ändern seiner Verhaltensmuster. Sie rührt ihn auf, macht wach, erregt ihn, ja bringt ihm die Wut über die Ungerechtigkeit, aber auch das Zerreissen eines Schleiers.
Es ist die Chance, die Dinge klarer zu sehen und dies haben auch die letzten Wochen gezeigt.
Wir sehen, wo wir stehen.

Vor 15 Jahren began sich unsere Demokratie zu wandeln, denn sie wurde ausgehöhlt, mehr und mehr und scheint für viele nicht mehr die erste Wahl zu sein. Teile der Menschen wollen nichts Neues, sie ziehen das alte Unterdrückersystem vor, lassen es sich wieder schmackhaft machen, wider besseren Gewissen und Wissens. Doch trotz der Tatsache, das wir mehr Wissen vorrätig haben, wissen die Menschen heute oft weniger, als noch vor 10 Jahren. Die Verdummung ist durchaus gewollt und die Kräfte der Demokratie haben es verschlafen, sich dagegen zu stemmen und sich in Korruption und Geld einwickeln lassen. So wirkt das System der Demokratie genauso gut oder schlecht, wie dass der Despoten.
Und noch immer hat man den Eindruck, dass viele die Ernsthaftigkeit der Lage nicht verstanden haben, gerade auch in Brüssel. Noch mehr aber scheinen die Länder Europas nicht verstanden zu haben, wo sie sich gerade tatsächlich befinden. Ein riesen Kindergarten ist es gerade und hilft vor allem den radikalen Kräften. Viel zu viele moderate Kräfte äussern sich immer noch nicht. Noch wird zu sehr gehofft, es wird schon irgendwie, aber dies ist ein gewaltiger Irrtum. So lässt man der Angst, dem Zweifel und am Ende dem blinden Hass freien Lauf. Doch müssen wir uns an den Gedanken wagen, dass die alten Zeiten vorbei sind und endlich eine Idee entwickeln, wie die Zukunft zu gestalten ist.
Neues erschreckt, birgt aber die beste Chance die wir uns nur träumen lassen können.
Einfach ist anders, aber tun wir weiterhin nichts, wird es nur eine Entwicklung geben, nämlich: die nach unten in den Keller.

Euer TomLove 

Donnerstag, 14. April 2016

Der Pfau- eine kleine Leselektüre

Der Pfau von Isabel Bogdan, ein kleines Buch, mal eben zum Mitnehmen und auf dem Wege durchlesen. Perfekt für die kleine Reise im Zug zum Beispiel?

Der Pfau ist eine kleine Geschichte, welche sich auf einem Landgut in England abspielt, wo sich zu einem Teambuildingseminar Herren und Damen der Finanzwelt treffen. Eigentlich recht unspannend die Ausgangslage, doch auf dem Lande finden sich Tiere und Städter die wenig veretraut sind mit dem Leben dort. Ganz besonders ein Pfau mischt die kleine Truppe ordentlich auf, ohne das sie es selbst so recht bemerken.
Daher versucht jeder irgendwie alleine oder zu Zweit mit diesem merkwürdigen Geschehen umzugehen, denn der Pfau ist selten das was er zu sein scheint.  
Zudem das Teambuilding anders verläuft als geplant und dann auch noch das Wetter die Herrschaften zu Dingen zwingt, von denen sie sich erst einmal gar nicht begeistert zeigen. 
Alles in knappen, klaren Worten geschrieben, ohne das es das gefühl gäbe, es würde etwas ausgelassen. Flüssig zu lesen und die Figuren gut gezeichnet, vielleicht für den einen oder anderen ein wenig überzeichnet oder nicht umfangreich genug, jedoch fand ich es der Geschichte und dem Schreibstil angemessen.
Die Form orientiert sich am englischen Humor, der trocken und oft zwischen den Zeilen daherkommt. In unserer Geschichte sich aber oft auch in Situationskomik zeigt. 
Insgesamt hat Isabel Bogdan einen leisen Humor, mit wunderbaren Wendungen in der Geschichte verpackt. Der Leser ist ein fast allwissender Zuschauer, denn selbst Tiere bekommen hier ihren Platz zugeteilt und so ergibt sich ein immer umfassenderes Bild der Geschehnisse, ohne das es dem Leser langweilig werden muss. 
Es ist also unterhaltsam diese kleine Erzählung zu erlesen und sie wirkt leicht beschwingt, wie eine kleine Tasse englischen Tees. Also kein grosser Wurf, aber etwas für Regentage und Reisen oder Zwischendurch in der U-Bahn oder der kleinen Auszeit auf dem Balkon im Sonnenschein. 

Euer TomLove

Dienstag, 15. März 2016

15. März 2016- Tag der Rückengesundheit

Am 15. März eines jeden Jahres haben wir den Tag der Rückengesundheit, der eine Intiative des Verbandes der deutschen Rückenschulen (BdR) e.V. in Kooperation mit Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. ist, sowie weiteren Partnern. 
Aktuell leiden ca. 85 Prozent der Deutschen mindestens 1x im Leben vorübergehend oder dauerhaft unter Rückenschmerzen. 
Waren früher vorwiegend alte Menschen betroffen, ist dies mittlerweile eine Volksanglegenheit und in fast allen Altersgruppen vorzufinden. 
Die Ursachen für Rückenleiden sind vielfältig, doch der Fokus verharrt all zu oft auf das körperliche, auf den Schmerzpunkt. 
Das hat unter Anderem dazu geführt das Ärzte selbst angeben, das Operationen an der Wirbelssäule um bis zu 40 Prozent zugenommen haben. 
Dabei wird oft übersehen, das bildgebende Verfahren (Röntgen , MRT..) nicht alles zeigen und auch nichts darüber aussagen, ob der Patient deswegen Schmerzen hat. 
Bei fast allen Menschen lassen sich degenerative Veränderungen finden und viele wissen es nicht einmal und haben auch gar keine Schmerzen deswegen. Jedoch ist es unter Anderem die Mitschuld der Ärzte, durch falsche Schlussfolgerungen, aufgrund der Fixierung auf bildgebende Verfahren, das viel mehr operiert wird. Zudem es schlicht und ergreifend gutes Geld bringt.
Dabei werden gerade psychische Faktoren stark vernachlässigt und die Lebens- wie Arbeitsumstände vom  Patienten. 
Dennoch, operieren geht heute viel einfacher und vor allem schonender. Komplikationen und lange Heilungsphasen sind dadurch seltener geworden und besser zu behandeln.
Hierdurch gibt es die Gefahr, das Operationen oft zu früh angeboten werden, statt erst einmal die konservativen Therapieformen auszuschöpfen. Oft fragen Ärzte nur oberflächlich nach erhaltenen Therapien und die Kunden sagen mehrheitlich, sie hätten Ergotherpie oder Krankengymnsatik erhalten. Forscht man nach, sind es oft nur Massagen oder einfache Therapie- Techniken gewesen.  Jedoch sollte unbedingt eine Physiotherpie genutzt werden und auch der Osteopath anvisiert werden. Beide schauen genauer hin, betrachten den Körper in der Ganzheit und schauen auch nach Lebensumständen und geben Übungen für daheim mit. Für viele Betroffene kommt es daher zu Aha Erlebnissen, als auch zu merklicher Besserung, sowie zu einem besserem Verständnis der Zusammenhänge ihres Lebens und Leidens.
Häufig können dies aber schon Hausärzte bereits tun, indem sie Lebensumstände reflektieren, jedoch ist dies immer seltener der Fall, da Einmal der Zeitdruck herrscht und zum Zweiten der Hausarzt seine Patienten oft nicht mehr richtig kennt. 
Operiert wird auch oft, weil der Patient denkt, das ist ein massiver Eingriff, das nimmt massiv Schmerzen weg. Hier fehlt die Aufklärung, dass dem nicht so ist, auch von Ärzten, welche zusehr auf die OPs setzten. Hinzu kommt, der beste Operatör kann bei falscher Indikation kein gutes Ergebnis bringen. Genauer gesagt, die OP macht nur Sinn wenn etwas kaputt ist, nach einem Unfall oder bei einem Tumor oder wenn der Betroffene keine 200 Meter mehr laufen kann oder das Ergebnis der Untersuchung klar die Ursache benennt, was gerde einmal für 1 Prozent der Fälle zutrifft. 
Zudem muss man auch bedenken, jede Operation verursacht Nebenwirkungen. Gerade bei Rückenoperationen gilt, die erste Operation ist noch aus freier Entscheidung, alle Anderen folgen Zwangsläufig. So ist es zum Beispiel bei einer Versteifungs- OP anfänglich besser, aber mit der Zeit lockern sich die Wirbeln über und unter dem operierten Bereich und so muss dann bald dort auch operiert werden. 
Die Falle hat dann bereits zugeschnappt. 
Gerade auch deswegen gilt. Konservative Therpie, Ursachenfindung und -beseitigung. 
Leider wollen viele Patienten dies gar nicht hören und wechseln den Arzt, wenn der eine Op ablehnt und die Eigenverantwortung hervorhebt. 

Vorbeugen ist natürlich das A und O. Richtig die schweren Sachen tragen, heben und bewegen. Haben wir alle schon einmal gehört und irgendwo gelesen. Sport machen, dabei am besten sich vorher beim Orthopäden erkundigen, was für einen selbst empfehlenswert ist, insbesondere wenn man schon Probleme hat oder hatte. 
Insgesamt gilt es die Rückenmuskulatur zu stärken; ergo sich zu bewegen, statt zu schonen. Durch unseren Arbeitsalltag, unsere aktuelle Lebensweise bewegen wir uns zu wenig und vor allem zu einseitig. Die berühmte Gymnastik am Arbeitsplatz sollte eigentlich wieder "Pflicht" werden und es gibt in den meisten Sportstudios oft spezielle Rückenkurse. Jedoch sollte sich jeder vorher kundig machen, ob die Trainer die Qualifikation dazu mitbringen, sonst wird mehr Schaden verursacht, als Nutzen entsteht. 
Für Faule gibt es Apps oder DVDs, aber hier sollte am Besten vorher der Fachmann (Orthopäde / Physitherpeut ) gebeten werden diese zu bewerten, ob sie geeignet sind. Die Angebote sollen ja seriöser Natur sein und uns nicht in Probleme hineinmanövrieren. 

Nicht zuletzt gilt es die Schmerzen zu behandeln, mit Massagen, manuelle Therpiene zum Lösen von verklebten Muskeln, (welche z.B. oft Nackenverspannung auslösen..)Wärmepackungen und Dehnungsübungen, Wärmpflaster oder Salben. Auch mehrfach am Tag innehalten und 3- 4x bewusst langsam Ein- und Ausatmen hilft. Wer meditieren kann sollte dies nutzen. Meditation kann Verspannungen lösen und Schmerzen stark lindern ( ich spreche da aus eigener Erfahrung). 
Flyer zu Übungen im Büro gibt es an verschiedenen Stellen zu erhalten so z.B. auch unter: www.ptaheute.de 

Rückenleiden ist heutzutage der häufigste Grund für Krankschreibungen und mit eine der häufigsten Ursachen, warum Menschen in Frührente gehen. In Anbetracht dessen,  dass wir theoretisch 80 bis 90 Jahre alt werden können, sollte uns dies zu denken geben und wir uns selber mehr um die Gesundheit unseren Rückens kümmern.
Rückenprobleme können übrigens mit falschem Schuhwerk zum Beispiel anfangen. Wenn das Fussgelenk, der Knöchel falsch belastet wird oder immer wieder überlastet ist, dann kann es zur Lockerung der Sehnen führen, das überträgt sich dann auf das Knie, was als Ausgleich nicht mehr richtig in der Gelenkpfanne sitzt, was wiederum die Hüfte ausgleichen muss und weil die Hüfte sich anders verhält und liegt, muss sich die Wirbelssäule Auswege suchen und  so verspannen sich die Muskeln und statt zu stüzten, klemmen sie Nerven ein oder machen Wirbel weniger beweglich, dies schliesslich sorgt dann für unseren Schmerz. Wohlbemerkt, die Muskulatur "handelt" so, das sie sich selbst schützt.
Oft bemerken wir den ersten Schmerz gar nicht, oder ignorieren ihn, vergessen diesen und sind dadurch überrascht, wenn plötzlich ein Knoten vorhanden ist, der mächtig Schmerzen verursacht.
Dies ist nur ein Beispiel zur Verdeutlichung, wie selbst kleine Dinge auf Dauer zu deutlichen Problemen führen können.

Regelmässige Kontrolle der eigenen Körperhaltung hilft vorbeugen, Massagen und eben Sport ist eine Möglichkeit, aber Achtung zuviel, kann auch schaden. Es gilt wie immer das Mass aller Dinge zu halten.

Euer Tom Love

Donnerstag, 10. März 2016

Warum ich die Pflege verlasse...

Eigentlich muss es richtig heissen- warum ich die Pfege in Deutschland verlasse?

Die Meisten werden sicher schon einmal gelesen haben, was so eine Pflegekraft alles sein soll und leisten können muss. 
Wir sollen immer freudlich sein und empathisch, sehen wann man Mut zugesprochen braucht, wann Ruhe nötig ist und wann einfach nur ein tröstendes Wort von Nöten. Wir sollen zuhören und müssen dabei die Wünsche und Bedürfnisse erkennen, die oft versteckt angegeben werden. Trauern sollen wir auch können und vor allem beim Sterben begleiten. Wir sollen Wunden schneller heilen lassen und Gefahren frühzeitig erkennen. Immer schnell am Kunden sein, wenn dieser uns braucht und dabei unempfindlich gegenüber seinen Launen sein. Wen wir pflegen, den waschen wir oft, kleiden an und aus, dabei immer die Ressourcen im Blick behaltend und diese natürlich fördern. 
Wir sollen klug wie der Arzt sein, denn ohne unsere Beobachtungen und unseren Verdacht auf Erkrankungen und Probleme kommt die richtige Versorgung schlecht voran. Gleichzeitig müssen wir uns bei den Ärzten durchsetzen, die uns oft nicht ernst nehmen, obschon wir näher am Patienten sind. 
Unser Zeitmanagement muss gut getaktet sein, denn Grundpflege ist ja nicht alles. Essen und Trinken bereiten wir zu und reichen auch an, die Medikamente dabei nicht zu vergessen ist auch sehr wichtig und dabei wollen wir eigentlich selbst mal dringend auf Toilette und brauchen unsere kleine Atempause. Geht aber gerade nicht. Selbstverständlich telefonieren wir nebenbei mit Ärzten, Therapeuten und Angehörigen, welche auch direkt zu uns kommen und uns in Beschlag nehmen, zeitgleich müssen wir dabei unsere Problemfälle im Blick behalten, damit denen nichts passiert oder sie sich selbst nicht in Gefahr bringen. Gerade unsere älteren Herrschaften erkennen oft nicht richtig, was gut für sie ist und was unglücklich enden kann. Nicht zu vergessen, halten wir Ordnung, wechseln Wäsche und säubern Hilfsmittel. 
Das und noch viel mehr gibt es immer mal auf diesen schönen Postings zu lesen auf Facebook oder auf einem DIN A 4 Blatt gedruckt. 
Ja, wir wollen gute Pflege leisten, aber können wir das auch?
Nein. Wir sind permanent überfordert. Wir versuchen es aber wirklich. Meistens.
Warum? 
Erstens, seit Jahren wird die Personalstärke reduziert, jedoch sind wir nach dem Stellenschlüssel stets überbelegt. Weil auch Leute dazu zählen, die in der aktiven Pflege gar nicht tätig sind. Daran sind die Krankenkasse schuld, die Politik und auch die Gewerkschaften. Letztere haben diesen Fehler immerhin zugegeben und kämpfen nun dagegen an. Doch die Regeln sind sehr Arbeitgeberfreundlich. Eine einzige Fachkraft pro Schicht, pro Haus reicht. Völlig unrealistisch. Selbstverständlich. Doch so sind die Regeln. Das nutzt man natürlich aus. 
Unbesetzte Stationen in der Nacht. Ist gesetzlich noch erlaubt. 
Auf dem Papier scheint die Planung oft zu stimmen, aber real ist oft weniger Personal da. 
Das aber wird gar nicht geprüft. 
Oft gilt es sogar einen Einstellungsstop zu verarbeiten, da immer mehr leichte Pflegefälle  in das Heim kommen. Dies heisst, viel Arbeit in der Regel, denn die Betroffenen sind körperlich fit aber geistig alles andere als klar. Sie bringen aber wenig Geld, also heisst das keine weiteren Pflegekräfte werden eingestellt, obschon der Bedarf da ist. Denn diese Menschen brauchen Anleitung und ruhiges Vorgehen. Ergo, das Personal ist im Stress und übereffektiv. Oder vernachlässigt schlicht sich selbst.
Häufig aber gibt es schlicht keinen oder kaum jemanden, der sich auf die offenen Stellen bewirbt. Zu schlechte Bezahlung, zu schlechte Bedingungen. Immer noch.
Seit Jahren wird dem Personal erzählt es wird besser und immer geht es nur weiter bergab. 
Doch zu den Bedingungen aus der Wirtschaft und Politik, den Geldeintreiber und Eignern, kommen Interne Schwachstellen. Heimleitungen die nicht wissen wie man ein Haus leitet, wie Management geht, die keine Visionen und Mut haben, noch Erfahrung aufweisen, zudem diese oft schlecht bis gar nicht mit dem Personal kommunizieren. Personalversammlungen sucht man teils vergebens und wenn es welche gibt, sind diese oft so schlecht, das man als Angestellter ratloser ist am Ende. 
Das aber hat System, denn den Eigentümer liegt nichts daran, selbstständige und selbstbewusste Einrichtungsleitungen zu haben, oder gar das Personal zu stützen. 
Wir sind nur Kosten und sollen Geld einbringen. Menschenwürde ist nicht im Packet enthalten. Weder für das Personal, noch für die zu Pflegenden. Der äussere Schein ist wichtig, ja, aber dahinter herrscht eine Arschlochmentalität der Eigentümer, die oft nicht gleich als solche erkennbar ist für Aussenstehende. 
Zu den internen Problemen gehört aber auch, das die Altersstruktur des Personals katastrophal ist. Es gibt kaum Personal im Alter zwischen 30 und 50, denn die Meisten, vor allem Fachkräfte betreffend, sind längst nicht mehr in dem Beruf drinnen. Gerade aber die brauchen wir am Meisten. Sie sind das eigentliche Rückrad eines Teams. Sie unterstützen die älteren Kollegen, deren Wissen eigentlich sehr gefragt sein sollte und helfen den Jüngeren in das Berufsleben hineinzukommen und ihre Fähigkeiten zu entwickeln und vor allem zu stärken. 
So aber hängt es oft an den Wenigen, die noch dabei sind. Sie werden Langzeitüberlebende genannt. Die Anforderung ist immens hoch, denn viele Kollegen kämpfen mit dem Burnout, körperlichen Schäden durch die Arbeit und sind somit nicht voll einsatzfähig. Hinzu kommt, dass die junge Generation nicht mehr den Arbeitsethos hat, wie die älteren Kollegen und somit geht dies oft auf deren Lasten. 
Immer öfter rackern sich einige ab und andere haben eine -ist mir egal- Haltung entwickelt. Darunter leiden dann alle. Was wunderlich, dass der Krankenstand in der Branche stetig nach oben geht. 
Wie aber soll man da noch Teams bilden? 
Doch dies sind nicht alle Herausforderungen. Da unser Land die Ausbildungen, gerade in der Altenpflege nicht unterstützt, ist diese sehr unterschiedlich und vor allem schlecht. Die Praxiseinsätze sind seit Jahren Arbeitsausbeutungsprogramme, statt Lehrwochen. 
Als Krankenpfleger kann man in Deutschland immerhin eine halbwegs gute Ausbildung gesichtert erhalten. Doch gerade wir Krankenpfleger sind dann häufig zusätzlich zur normalen Arbeit damit beschäftigt, Auszubilden, Anzuleiten, zu kontrollieren und die Bedürfnisse der Betroffenen zu erkennen, gerade auch ihre gesundheitliche Herausforderungen richtig einzuschätzen und dies dem Personal zu vermitteln und zu lehren. 
Auch den Leasingkräften muss ich immer öfter über die Schulter schauen, denn die sind selten Pflegehelfer mit einer 1-bis 2 jährigen Ausbildung, sondern "nur" Assistenten. Sie habe eine Basiskurs von 40 bis 60 Stunden gemacht und werden dann - gesetzlich erlaubt- auf die Menschheit los gelassen.  Da kann ich beim besten Willen nicht erwarten, das sie wissen, was sie tun. 
Ich bin daher schon sehr dankbar, wenn wir Personal aus dem Ausland haben, das soweit gut ausgebildet ist und uns unterstützt. Doch Sprachbarieren machen es nicht leicht und auch eine gelungene Integration findet nur schwer statt. Das ist den Umständen zu schulden, aber auch der Betriebsblindheit der Kollegen. Nicht das wir nicht alle einmal Betriebsblind werden, doch in der Pflege passiert dies sehr schnell, da der Stresslevel so hoch ist, das ein Tunnelblick fast unausweichlich ist, wenn man nicht jemanden hat, der einen lehrt auf zu schauen. Unter Zeitdruck erkennen viele Kollegen Kleinigkeiten nicht mehr.  Dies zu erkennen kann aber nur eine Pflegekraft wirklich gut vermitteln, die selber schon ein  paar Jahre Erfahrung hat, aber nicht kurz vor ihren letzten Arbeitsjahren steht.  Diese aber fehlen oft, wie erwähnt.

Die Pflege ist also im Niveau die letzten Jahre damit herab gesunken, obschon sich viele anstrengen. Aber wie soll eine Pflegekraft genug Zeit haben für ihre Patienten, wenn sie statt ursprünglich 4 bis 6 Menschen nun 13 bis 15 in der gleichen Zeit zu versorgen hat? Zumal die Anforderungen auch noch gestiegen sind und wir heute viel mehr an zusätzlichen Leistungen erbringen müssen und fachfremde Aufgaben mit übernehmen, da kein Geld für entsprechende Belegschaft da ist. Pflegefehler sind da vorprogrammiert.
Wo hole ich dann die Motivation her? Wie soll ich als Wohnbereichleiter und Qualitätsbeauftragter noch mein Team erklären können, das harte Arbeit sich nur scheinbar lohnt und es darum geht den Schein zu bedienen, oder doch zumindest soweit unseren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, obschon dies unseren Job nicht sichert. Wie kann ich noch die Tatsache schön reden, das ich nie fertig werde mit meinen Aufgaben und immer etwas unter den Tisch fällt, immer irgendwer unter diesen Bedingungen zu leiden hat? Wie kann ich motivieren, wenn meine Kollegen schon ständig einspringen, in Minimalbesetzung arbeiten, weil keine Leasingkraft geholt werden darf? Wie kann ich auf Dauer so ein System unterstützen, dass das Personal systematisch krank macht und nicht respektiert? Wenn selbst die Öffentlichkeit uns bisher nicht unterstützen mag im Kampf um bessere Bedingungen und sogar statt dessen, wie letztes Jahr geschehen, uns noch einen Deckel drauf haut. Wie kann ich da meinen Leuten Mut machen und Hoffnung auf baldige Besserung? Wie kann ich da den Job empfehlen? Wie kann ich dabei zusehen, wenn Kollegen krank zur Arbeit kommen? Wie kann ich es zulassen, wenn Menschen in der Pflege arbeiten, die da eigentlich raus gehören, weil sie sich nicht eignen, die falsche Einstellung haben, Arschlöcher sind, oder weil sie so kaputt und krank sind durch die jahrelange Arbeit, das sie dringend umschulen sollten?  
Ich habe nicht nur viel Leid gesehen bei den zu Pflegenden, auch die Angehörigen leiden und brauchen unsere Hilfe, ich kann sie aber immer seltener, immer schlechter geben. Ich bin immer öfter unzufrieden, da ich mich um Frau X mehr kümmern wollte, es aber einfach nicht schaffe und Herr Y liegt den ganzen Tag im Bett, obwohl ich ihn gerne mehr draussen haben würde und mich um seine Seele kümmern möchte. Dementen würde ich gerne Gespräche gewähren, damit sie ihre geistigen Einschränkungen verarbeiten können und ich damit Medikamente einsparen und Lebensqualität erhalten kann, aber ich kann nicht. Wann denn? Bei Personalknappheit arbeite ich bereits für mehr als Einen. Oft für Drei. Effizienz lässt sich eben oft nicht mehr steigern. Auch wenn ich mich noch so sehr bemühe, andere unterstütze und ausbilde. Die Grenzen sind für die Meisten von uns Pflegekräften schon lange erreicht und wir arbeiten unsere Reserven leer und darüber hinweg. 
Raubbau nennt man das. 
Folge, nicht nur die Gesundheit leidet, sondern auch die Lebenslust, das Privatleben und die Hoffnung auf eine Besserung. 
Eigentlich mag ich den Beruf des Krankenpflegers und auch Teamleiter zu sein, wie Qualtätsbeauftragter, aber die Bedingungen sind so unrealistisch und so Menschenfeindlich geworden und halten seit Jahren nur den Weg nach unten, statt nach oben. Wenn wir Glück haben, dann ist es gleichbleibend schlecht, aber nach gut 15 Jahren der steten Verschlechterung, kann und will ich nicht mehr. 20 Jahre in diesem Beruf und es ging vor allem Bergab.
Es geht anders, ja. Die Basis muss gefördert werden, ja. Die Ausbildungen müssen verbessert werden, ja. Aber auch die Löhne, die Personalstärke und Pflege sollte nicht Privat sein, sondern Aufgabe des Staates, denn es ist eine Gesellschaftliche Angelegenheit. Pflege brauchen alle Menschen irgendwann einmal im Leben. Dies muss Menschenwürdig möglich sein und muss von allen Bürgern eines Landes bezahlt werden. 
Ja, sie kostet Geld, aber sie ist kein Selbstzweck. Gewinne sollten nicht gemacht werden dürfen, um Eigentümer und Aktieninhaber reich zu machen, lediglich, um Baumassnahmen und Extraleistungen in der Pflege damit bezahlen zu können. 
Doch in unserem Lande richtet man das Augenmerk bisher auf Falsche Dinge und lässt die Pflege weiterhin abrutschen. ich mag das nicht mehr mit machen. Ich mag nicht mehr dabei zusehen. Ich mag nicht mehr den Preis dafür bezahlen das die Politik seit 40 Jahren nichts unternimmt. Denn ja, so lange ist schon bekannt, das es diese Probleme geben wird. Doch statt die Finanzen auf feste Beine zu stellen und die Pflege grundlegend neu auszugestelten, wird Flickwerk und Augewischerei betrieben. 
Ich mag das nicht mehr unterstützen. 
Ich mache nun das, was die Meisten Pflegefachkräfte (und auch viele Pflegehelfer) tun. Ich nehme an der Abstimmung zu Fuss teil. 
Ich gehen raus. 

Ich danke den Kollegen für all die gemeinsammen Jahre und Arbeit, die Erfahrungen und guten, wie schlechten Stunden. Passt auf Euch auf und verdammt noch mal, geht endlich alle auf die Strasse und haut auf die Kacke! Es muss weh tun! Uns tut es schon lange weh! Ich geh' mit Euch auf die Strasse, aber ich werde hier in diesem Lande nicht mehr als Pfleger am Ausbeutungssystem teilnehmen. Ich will Zukunft, statt Abgrund. 

Love & Light




Samstag, 6. Februar 2016

Wann ist hart Arbeiten genug?

In dieser Zeit, wo alles auf Effizienz und Höchstleistung ausgerichtet ist und dies mit möglichst wenig Mitteln, stellt sich einem immer wieder die Frage; wann ist hartes Arbeiten eigentlich genug? Wann sollten wir sagen, es reicht? 
So nehmen uns Maschinen die Arbeit ab und bringen uns damit unter immer mehr Zeitdruck, denn sie laufen schneller und so müssen wir die Handlungen, die diese nicht ausführen können, selbst schneller vollbringen. 
Aber auch haben wir es in vielen Bereichen mit immer weniger Personal zu tun, dass die Arbeit von ursprünglich vielen Kollegen übernehmen muss. Der Druck wird grösser, denn die Erwartungen an das Ergebnis sind geblieben, wenn nicht gar gestiegen. 

Doch schon immer gab es widrige Arbeitsumstände und -verhältnisse. Das ist nicht neu. Schwere Arbeit und hoher Druck sind seit Anbeginn der Industrialisierung bekannt und fordern Opfer und immer weiter Opfer. Bis heute und wohl auch noch morgen.
Oft gab es schon Demonstrationen, Aufstände dagegen und immer wieder sind sie am Ende versandet, weil scheinbar bessere Lösungen gefunden wurden, teils gar umgesetzt wurden, um dann doch später wieder alte Verhältnisse zu schaffen. 
Jedoch unser Wissen über Arbeit, ihre Belastung für Seele, Körper und Geist sind heute grösser und uns auch bekannter denn je und nicht zuletzt den Meisten von uns sehr bewusst. 

Ja, nach dem zweiten Weltkrieg ist in der Welt des "Westen" vieles erst einmal deutlich besser geworden, gar ruhiger und menschenwürdiger. Jedoch hat sich dies ab den 80ziger Jahren deutlich geändert. Profitstreben nahm auch dank der Börsen wieder zu und es musste immer mehr, für immer mehr, aber auch immer günstiger produziert werden. Wir wissen das alle und anfangs haben viele auch sicherlich deswegen die ersten Nebenwirkungen in Kauf genommen. Doch diese Anfangswehen sind zu dauernden Schmerzen in unserem Berufsleben geworden und obschon sich bereits dagegen gewehrt wurde, wurde nie genug getan, um dies zu ändern. Die Krankheit wurde gefüttert, ignoriert und klein geredet, ja schön geradet gar und der Atem der sich Wehrenden war bisher nie lang genug und wohl auch nicht der Leidensdruck. 

Zuletzt aber konnte man auch ein neues Phänomen beobachten. Viele haben aufgegeben, sind hoffnungslos geworden oder haben es sich gar in der Miesere bequem gemacht. Der Glaube etwas bewirken zu können ist klein geworden. Die Obrigkeitshörigkeit geblieben, obschon viele dagegen klagen und sie nicht wahr haben wollen. Sich selbst als Opfer zu sehen, wurde den Menschen gerade in den letzten Jahren wieder gut eingebläut. 

An der Miesere sind also nur die Anderen schuld. 
Leider ist dies nur ein Teil der Wahrheit und hier komme ich wieder zu der Ausgangsfrage. Wann ist hartes Arbeiten genug? 
Ist es erst, wenn ich feststelle, das ich körperlich Schäden habe? Ist es erst wenn ich mein Privatleben in Trümmern sehe? Ist es erst wenn ich merke, ich habe gar keine Freunde? Oder ist es erst dann der Fall, wenn ich überfordert zu Hause sitze und Arbeitsunfähig werde? 
Kann es sein, das es bereits Warnsignale gibt, die einem Zeigen, das es genug ist? Sind es nicht solche Anzeichen, wie sie der eigene Körper gibt, der ständig krank ist, die Psyche die depressiv ist oder die fehlende Energie, weil man nach der Arbeit einfach nur noch müde ist?! 
Könnte es schon dann genug sein, wenn die Antworten warnend für sich selbst sprechen, wenn man sich ehrlich fragt, wozu macht man dies und jenes und für wen? Was bringt das, was ich tue?  
Ist es genug, wenn ich sehe, das die Zukunfstperspektive mau bis grau ist oder gar noch schlimmer? 
Was ist, wenn ich nach 15 bis 20 Jahren immer wieder an Grenzen stosse, wo ich etwas zum Besseren bewegen möchte, aber es nicht erreiche, weil der Wille der Anderen fehlt und meiner alleine nicht ausreicht? 
Sollten wir uns nicht öfter fragen, was wir eigentlich mit unserem -weiter so!- arbeiten auf die alte Weise unterstüzen? Welches System unterstützen wir, wenn wir so weiter machen und was wollen wir eigentlich statt dessen? 
Ehrlichkeit sich selbst gegenüber verlangt auch die Einsicht über eigene ethische Wertigkeiten. 
Was bist du bereit zu opfern, zu tolerieren und wo ist schluss mit Lustig? 
Wie lange kann und darf ein Mensch gegen seine eigenen Prinzipien handeln, ohne sich selbst zu schaden und sein Leben auf Dauer negativ zu beeinflussen?
Seien wir ehrlich, all zu viele von uns ignorieren ihre eigenen Regeln und Werte und riskieren den eigenen Kollaps, aber auf Dauer wird auch das System kollabieren, denn wenn Menschen nicht mehr können, kann auch die beste Effizienz nichts mehr bringen und von Nutzen sein. 
Doch seid gewarnt, der Zusammenbruch geht schleichend. Erst leidet der Arbeiter, dann die Qualität des Produktes oder schlicht der Kunde, schliesslich die Qualität der Arbeiter und der Produkte, bis beides nur noch billig und kaputt, ja schadhaft ist und oftmals haben sich viele dann bereits so daran gewöhnt, das sie vergessen haben, wie es eigentlich sein sollte, ja auch geht und machbar ist. 
Aber dies muss dann hart, sehr hart neu erobert, erbaut und gewonnen werden. 

Brauchen wir als Menschheit nun aber den totalen Bruch oder schaffen wir es vorher gegenzusteuern? 

Das liegt ganz an uns, an jedem Menschen selbst. Die Welt zu ändern geht nur, wenn wir uns ändern und endlich Taten den Worten folgen lassen. Es muss nicht nur gesagt werden- es ist genug, sondern auch dann wirklich der Stopp ausgeführt werden. 
Aktion die zeigt, das ich als Mensch wahr genommen werden will und wenn es erst einmal nur für mich selbst ist. Dies müssen immer mehr Menschen tun, denn wenn nur wenige dergleichen reagieren, wird die Wirkung oftmals nur verpuffen. 
Darum sind Gewerkschaften und Betriebsräte so wichtig, denn hier findet sich Kraft, Wissen und Sichereit. Hier gibt es bei klugem Verstand und weisem Handeln das beste und grösste Potential tatsächlich positive Veränderungen vor dem Zusammenbruch zu erreichen. 

Aber es gilt auch endlich die Abstimmung mit Füssen ernst zu nehmen. Je mehr sich aus einer Branche verabschieden und dem erlernten Beruf den Rücken kehren, desdo mehr muss sich diese fragen, ob sie sich wirklich um die Probleme kümmert. Ist die Unerstützung der Basis, da wo die Meisten von uns arbeiten, wirklich gegeben? 

Die Krankenstatistik vieler Branchen zeigen deutlich, das es bereits kurz vor Zwölf ist. In einigen sogar, das es schon nach Zwölf ist. 
Was aber wird sich ändern, wenn du selbst nichts dagegen tust? Wenn du nicht einmal deine eigene Gesundheit ernst nimmst? Wenn dir deine eigene Zukunft nicht wichtig genug ist, um die Notbremse zu ziehen? 
Zu oft und zu viele Kollegen habe ich schon erlebt und gesehen, die im Hamsterrad erblindet sind. Sie rennen Tag ein, Tag aus mit offenen Augen in's eigene Verderben. 
Ich fürchte um die Tage, die sie irgendwann einmal frei haben. Um die Fragen, die sie sich dann stellen werden, spätestens wenn der Moment des Sterbens gekommen ist. 
Sie werden die schwere Lektion des sich selbst vergeben erleben. 
Aber alle diese Kollegen sind auch einander, wie mir selbst ein Spiegelbild. 
Und wieder stellt sich dabei die Frage- was ist genug? Wann gilt es für mich den Schritt aus der Tür zu machen und zu gehen?

So hat also jeder immer und immer wieder diese Chance sich selbst zu fragen, sich zu bewegen und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und autenthisch zu bleiben und doch, ja, er muss diese Chance nur erkennen können.

Euer Tom Love