Die ersten Sonnenstrahlen wecken mich durch das Zimmerfenster. Es ist gerade kurz vor sieben Uhr und ich stehe auf, denn ich will den Morgen nutzen und den noch warmen Herbst erleben.
Kurz die Körperpflege und hinein in die Klamotten, Schlüssel in der Hand und raus geht es.
Noch ist es leicht frisch, aber ich bin es bereits gewohnt, so dass es ungehindert los gehen kann.
Heute nehme ich den Weg links vom Haus entlang, statt rechts über den grossen Parkplatz. Dort tummelt sich zu dieser Zeit keiner, ausser im Sommer, wenn dort der Flohmarkt ist.
Nach wenigen Schritten erreiche ich den Parkeingang und gehe die kleine Erhebung hinauf bis zu den Tieren im Gehege. Es sind allesamt Vögel und ein paar ganz besondere. Pinguine.
Normalerweise gehe ich daran vorbei doch heute zog es mich zu ihnen und so konnte ich sehen, wie sie verteilt auf den Klippen standen und ssich rege unterhielten, als auch im Wasser waren und sich sauber machten. Dabei drehen sie sich fast um sich selbest herum und zeigen sich erstaunlich gelenkig. Zum Abschluss schiesst ein jeder ein paar Runden mit grossem Schwung in der Kurve um dann schliesslich aus dem Wasser zu steigen, sich stramm hinzustellen, zu schütteln und mit den Flügeln zu schlagen, damit sie trocknen.
Ich lächel und denke wie lustig und schön. Ja, ich starte den Tag mit schönen, guten Gedanken und mit mehr Ruhe, denn ich bin sonst eher der - in 15 Minuten fertig Typ-.
Nach vielleicht einer viertel Stunde gehe ich den Weg weiter hinauf und ehasche dabei Blicke auf badende Sing-Vögel und noch schlafende Seelöwen. Es stimmt, die gibt es da auch.
Der Wind weht lau und ist angenehm in seiner Wärme. Dann steuere ich mein Ziel der Wanderung entgegen. Den kleinen 300meter Berg hinauf auf den Aussichtturm.
In Gedanken der Frage nachgehend, was würde ich machen, wenn dies mein letzter Tag auf Erden währe. Für manchen ein morbider Gedanke, aber eigentlich ganz gut, denn was kommt dabei heraus, wenn man ehrlich darauf antwortet? In Eile zur Arbeit hetzen; das Frühstück weg lassen; nicht nach rechts und links schauen; den Stress auf Arbeit über sich ergehen lassen, schlechte Laune haben, stöhnen ob der Dummheit der Menschheit; Nachrichten hören und sich darüber ärgern?
Wohl eher nicht, denn was währe einem wichtig? Was währe mir wichtig?
Anderen die Leviten lesen oder das grosse Geständnis? Wohl kaum, denn ich denke eher an Dankbarkeit, an noch einmal die Natur geniesen, in Ruhe durch die Strassen gehen, letzte Sätze schreiben und Anrufe machen; sagen das man froh um jeden Menschen und jede Lektion ist und vielleicht den einen oder anderen Tip weiter geben. Ja, ich würde mir richtig gutes Essen gönnen und Blumen kaufen und Dinge verschenken und Menschen umarmen und mir am Ende die Musik meiner Tage um die Ohren schmeicheln lassen.
Warum aber erst am letzten Tag des Lebens? Kann man das nicht täglich oder doch bereits vor seinem Abscheiden tun? Man kann, und dadurch auch noch glücklich sein. So gleiche ich ab mit dem was ich bereits tue und denke, da könnte ich besser sein, dort könnte ich mehr beim Menschen sein.
Das schöne an dieser Frage denke ich, ist das man fühlt, man kann leben, wir sind eins, mit allem, und denken uns doch so allein und abgegrenzt von allem.
Der Weg geht hinauf, ich kann dabei aus verschiedenen Faden wählen.
Ich entscheide mich für einen schmalen, der eher überwuchert ist und gehe ihn langsam hinauf, erspühre die Sonne auf der Haut und entdecke die Schönheit des Herbstes, ganz ohne Gedanken. Der Geruch von Laub auf dem Boden und von Nadeln, dem frisch gemähten Gras das ein wenig nach Heu riecht und der von unten vom Park nach oben getragen wird sehe die farbigen Blätter und vielen Tannenzapfen. Ich sehe die Sonnenstrahlen hindurchscheinen und entdecke Tode Bäume in ihrer Schönheit und wie sie sich mit der Zeit geformt hatten, fast Märchenhaft gewrungen und verschlungen.
Oben angekommen atme ich durch und gehe die Stufen der Aussichtsplattform hinauf und empfange die Sonne in aller Fülle, während nur ein paar Wolken den Himmel streifen.
Der Blick über den Park, geht über die Stadt, zum Wasser und zurück. Welch eine Ruhe, welch eine Weite. Was könte jetzt noch zu tun sein, als zurück und zum Frühstückskaffee zu gehen?
Noch eine Weile verweilen. geniesen und durchatmen.
Auf dem Weg zurück sehe ich eine Treppe, die zwischen den grossen Granitsteinen entlangschlengelt und mit dem ersten Laub bedeckt ist und mich an Herr der Ringe erinnert.
Plötzlich kommt die Sonne wie aus dem Nichts hervor und strahlt durch die Baumkronen mit einem warmen, goldenem Licht auf die Treppe, den Granit und die Tannenbäume.
Ein magischer, zauberhafter Augenblick.
Da kann ich nicht anders und muss einfach lächeln, ganz für mich allein und in mich hinein. Und ich denke, ja, so würde ich meinen letzten Tag beginnen wollen. genaus so.
Doch dann gehe ich weiter, obschon ich bleiben könnte und freue mich auf den Kaffee, den ich mir machen werde und das ganze Frühstück für mich selbst. Denn der Rest im Hause schläft noch, auch als ich wieder zurück bin.
Ich sollte wirklich versuchen den Tag in dieser Weise zu beginnen. Und wenn es nur einfach ganz in Ruhe den Morgen ansteuern ist. Allein positives zu denken, schöne Dinge zu sehen und ohne Stress und Eile zu sein lohnt sich für den ganzen Tag.
Nun ist es schon bald wieder Abendzeit und ich habe ganz gut den Tag meine Dinge erledigen können.
Ja, manchmal ist man einfach selbst schuld an einem guten Tag.
Am besten ist man es.
Euer TomLove

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