Montag, 30. März 2015

Gib' uns unser täglich Rassismus

...im Namen des Vater, des Sohnes und des heiligen Geistes.
Irritiert? Und doch fühlt es sich genau so an.

Zurzeit dürfen wir einem Anstieg rassistischer Übergriffe, verbal und non verbal, beiwohnen. 
Zeitgleich haben wir eine immer stärker werdende Diskussion um das Thema in einem vergifteten Klima. 
Rechte Kräfte bedienen sich der Zeichen und Argumente der Linken. Die Mitte hat ihre an die Rechten/ Linke verloren. Mit dem Ergebnis, dass rechte, wie linke Kräfte die berechtigte Kritik missbrauchen, die es  zu nennen gilt, im Umgang miteinander. 
Konnte man einst noch sagen, das man Argumente der rechten oder Linken Politik nicht benutzten sollte, so ist dies gar nicht mehr möglich komplett zu vermeiden. 
Immer mehr muss der Nutzer darauf achten woher sie kommen, um nicht in die Ideologiefalle zu tappen. Dummerweise werden die Fallen immer grösser, denn sie sind getarnt wie eine Wespe der Biene. Zum verwechseln ähnlich und immer öfter nur beim genauen Hinsehen erkennbar. 
Wir haben es aber noch mit einem Paradox zu tun, nämlich, das es keine Rassen gibt, aber der Rassismus real existierend ist.  Seriöse Wissenschaftler haben darauf schon lange hingewiesen und es ist allgemeines Gut aller Gesellschaften der Neuzeit, das es die vermeintliche Rassenvielfalt unter Menschen nicht gibt. Wir gehören alle zum selben Stamm. Haben alle die selben Eigenschaften, genetischen Voraussetzungen und Väter, wie Mütter. Nirgends gibt es Menschen, die eine Eigenschaft aufweisen, die Andere nicht haben. Es gibt lediglich Varianten. 
Obwohl es also keine Rassen gibt, so wird der Begriff selbst in den aktuellen Gesetzen genutzt. Das alle Menschen nämlich gleich seien, unabhängig von Herkunft, Stand... Rasse...

Wenn es also keine Rasse gibt, sollte man dann den Begriff nicht streichen oder sollte man ihn belassen, und damit auch gesellschaftsgeschichtlich Rechnung tragen und ihn zur Verdeutlichung nutzen, denn den Rassismus gibt es ja nachweislich tatsächlich. 
Menschen werden wegen ihrer vermeintlichen "Rasse" benachteiligt, diskriminiert, gemobbt, geschnitten, verletzt, getötet, ignoriert und so weiter. 
In der heutigen Diskussion ist es nicht nur eine Herausforderung die passenden Argumente zu finden, sondern auch solche zu finden, die weder befleckt noch missverständlich sind. Fast unmöglich machbar. 
Wo aber fängt der Rassismus an? Wo lebe ich nach ihm, ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein? Wo sind es "nur" Vorurteile und negative Erfahrungen. 
Nehmen wir die Sinti und Roma. Per se sind diese nicht schlecht, aber viele von uns machen mit ihnen unangenehme und negative Erfahrungen. Versuche hier Veränderungen im positiven Herbeizuführen sind bisher zum grössten Teil gescheitert und nicht unerheblich daran ist die andere "Wunschliste" der Sinti und Roma und deren Sicht darauf, wie sie leben möchten. 
Nehmen wir "unsere" Asiaten. Scheinbar integriert leben sie unauffällig unter uns. Doch selten haben wir Kontakt mit ihnen und erleben sie ausserhalb der Klischees die sie besitzen. Wie denken wir über sie, wie begegnen wir ihnen? Nehmen wir sie einfach als Menschen mit ihrer eigenen Erziehung und Tradition, oder sehen wir die "Eigenschaften" des Asiaten und erwarten diese auch. 
Dies ist dann Rassismus? Oder fängt er erst dann an, wenn ich in Liebesdingen nur Asiaten im Bett haben will, eben weil sie Asiaten sind. 
Die Wahl des Partners wirklich frei so zu entscheiden, das es um den Menschen selbst geht ist das was wir uns immer einreden und doch gehen viele von uns nach "Rassischen" Vorlieben. Das ist Rassismus. 
Was aber wenn ich mich daran störe, das Rumänen und Ungarn, dank der offenen Grenzen sich auf unseren Strassen organisiert tummeln und nach Geld betteln? Die vor mir gehen, mit Stift und Blatt vor meinem Gesicht fuchteln und so tun als ob sie nicht sprechen könnten. Ist es dann rassistisch zu sagen, hier muss eingegriffen werden, zusammen gesammelt und nach Rumänien und Ungarn zurück geschickt werden? 
Freie Grenzen bedeuten freier Umgang und freie Bestimmung wo man leben will. Muss Demokratie dies so aushalten, oder muss sie hier erkennen, das Toleranz seine Grenzen hat und zum eigenen Landes-schutz mehr getan werden muss. 
Beide genannten Länder sind arm, aber es ist nicht unmöglich dort zu leben und zu überleben. Jedoch war Armutswanderung schon immer ein Triebfaktor, woanders sich Arbeit zu suchen. 
Bin ich also nun Rassist? Oder bin ich es nur dann, wenn ich nicht den Einzelfall sehen will, die Situation differenziere in der sich der Andere bewegt? 
Wer Arbeit sucht, soll sie ermöglicht bekommen. Wer keine ausreichende Ausbildung hat, soll sie erhalten. Was aber wenn er nicht will oder kann? Hier ist die differenzierte Sicht nötig, aber ist sie machbar im Bürokratischen Alltag? Kann sie erwartet werden, muss sie es? 
Sie sollte! Doch aktuell sind unsere Strukturen nicht danach ausgerichtet und es besteht auch nicht wirklich Interesse von Seiten der Politik und Wirtschaft dies zu ändern. 
Was also tun, damit hieraus nicht (mehr) Rassismus entsteht? 
Die Erfahrung zeigt, das wenn Menschen mit Menschen aus dem Ausland zusammenarbeiten, sich ihre Einstellung stärker differenziert, als derjenigen, wo kaum bis keine Kontakte vorherrschen. Dort ist auch der Rassismus am eindeutigsten zu erkennen. 

Und so landen wir zurück an den Anfang von meinen Zeilen. 
Gerade unter den Intelligenten wächst der Rassismus, da deren Argumente missbraucht werden und viele es nicht wahr haben wollen. 
Der Gutmensch ist seit geraumer Zeit in seine eigene Falle getappt. 
Hier gilt es aufzuklären und deutliche Worte zu finden, immer wieder darauf hinzuweisen und Diskussionen offenen und respektvoll zu halten. Auch muss die Mitte der Politik erkennen, womit sie es zu tun haben und die Ängste und Sorgen ernst nehmen, egal, wie tatsächlich die angeprangerte Lage ist. Das ewige Herausreden und Schönreden muss aufhören! Die Worte müssen wieder viel mehr bewusst abgewogen und genutzt werden. Gerade von den oberen Politikerrängen! Es gut zu meinen reicht nicht. Es sollte bewusst und mit geradem Rücken angegangen werden.
Und es muss ehrlich gesagt werden, das sich aktuelle Probleme nur wirklich lösen, wenn es zur Problemlösung im Herkunftsland kommt. 
Wenn flüchtende Afrikaner erkennen, das sie als Masse eine Währung sind und der gelernte Krieg einer anderen Option gegenüberstehen kann. Menschen müssen erkennen, das die Miesere im eigenem Land, sei es Griechenland, Ukraine, Deutschland, USA, China, Uganda usw. nur von Menschen in dem Land selbst wirklich beseitigt werden kann. 
Natürlich, das Ideal währe, alle gehen mal raus aus den anderen Ländern und jedes Land versucht sich selbst zu bereinigen. 
Die vorhandene Lethargie würde offensichtlich werden, die Krise und die falschen Bilder. 
Es würde schmerzen, weh tun und sich anschliessend meist bereinigen. 
Ideel gesehen.
Realistisch gesehenen hilft die Erkenntnis die eigenen Worte zu erkennen und das manche Hilfe, falsche Hilfe ist- hier und im Ausland. Der Faktencheck ist wichtig, aber auch sich selbst mit ehrlichen Augen anzuschauen und zu fragen, warum mache ich etwas, oder warum denke ich jetzt so oder so. 
Nur so erhalten wir uns die Kritikfähigkeit und zugleich den Respekt vor und mit Anderen.

Bin ich jetzt Rassistisch wenn ich bestimmte Ausländergruppen kritisiere? 
Nur wenn ich sie undifferenziert hinausposaune. 
Vermeide ich den Blick auf den einzelnen Fall, dann begebe ich mich immer in die Zone des Rassisten, obschon es keine Rassen gibt. 
Sicher in der Rassismus- Zone ist jeder, der im Absoluten spricht, einen Staat nur für seine eigenen Leute haben will und alle Anderen als nicht gleichwertig ansieht. Wer Säuberung jeglicher Form diesbezüglich bejaht ist ein Rassist. Und hier finden wir leider immer öfter die Intellektuellen bei. Die, von denen man meinen sollte, sie müssten es besser wissen, bewegen sich auf dem Glatteis und das freiwillig mit verbundenen Augen. 

Leute, reisst ihnen die Augenbinde ab! Lass sie auf dem Eis hart ausrutschen, damit sie erkennen, was sie getan haben. Denn im kleinen wie im Grossen ist die Akzeptanz der Vielfalt und deren Gleichwertigkeit der grösste Garant auf Frieden. Das schliesst weder Gerechtigkeit noch Fairness ein, doch sie haben eine höhere Chance. 
Dann haben wir auch die Chance, das Menschenhass nicht mehr institutionalisiert, instrumentalisiert werden und diese im Namen dessen nur ausgetragen werden, der sie ausführt, statt im Namen eines Gottes, einer Religion oder politischen Doktrin. 

Schreibt mir gerne Eure Meinung im Kommentarfeld oder unter @SebastianisLove

Licht & Liebe
Tom Love



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