Von Henning Mankel gibt es nicht nur Krimis, sondern auch immer wieder kleine und wunderbar zu lesende Bücher über ganz andere Themen, wie Afrika, London oder eben wie in diesem Werke, über das Alter und seine Fragen. Genauer geht es um die Frage, was währe wenn und habe ich noch eine Chance da was zu machen. Die Fragen die uns Zeit des Lebens warnend vorangestellt werden von klugen Menschen und denen wir doch immer wieder ausweichen.
Wie oft haben wir Gründe, dieses oder jenes nicht zu machen und bedauern es am Ende doch, das wir es nicht taten. Oft haben wir auch genug Gründe es nicht dann doch wenigstens spät als nie zu tun.
Ein leiser Roman, der sich mit dieser Frage beschäftigt und auch mit den Fragen vom Tod, der Krankheit und Einsamkeit, da unsere Figuren am Ende ihres langen Lebensweges angekommen sind.
Auch Schuld und Sühne wird hier behandelt, da unser alter Mann, als junger Arzt einen Fehler beging in seiner Arbeit, die ihn von den Menschen entfernte. Aus dieser selbstgewählten Isolation reisst ihn sanft und doch beharrlich eine alte Liebe, die er ohne Gründe anzugeben verlassen hatte. Sie bringt den alten Mann dazu mit ihr eine Reise zu unternehmen und sich damit dem wenn nicht jetzt wann dann Modus zu verschreiben.
Auf diesem kleinem Abenteuer lassen beide Protagonisten ihre Zügel los und so nähern sie sich ihrem Selbst wieder an, auch mit dem Leben eins zu werden und den Tod zu begrüssen. Dieser kommt und ist doch einfach nur ein Bestandteil des ganzen Lebens in Mankels Buch, so dass es melancholisch aber nie kitschig oder all zu rührseelig wird.
Das Leben geht weiter und gibt dem alten Mann neue Aufgaben und Schwung und so entsteht ein Kaleidoskop von Ereignissen, die den Leser auch auf sein eigenes Leben blicken lässt und ihn die Fragen seines Lebens vor Augen führt.
Angenehm zu lesen, leicht und doch bissfest, zeigt Mankel einmal mehr, das er auch mehr als nur Unterhaltung in Form von Krimis beherrscht und weiss, wovon er schreibt.
So wird einem das Buch zum kleinen Schatz und meine Leseempfehlung für den Juni.
Euer TOM LOVE
Twitter: @SebastianisLove

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