Wer schon einmal mit der S-Bahn gefahren ist in Berlin, wird seit 2011 immer mal wieder Sitze vorgefunden haben, auf denen mit rotem Faden Namen eingestickt sind.
Reservierungen? Wohl kaum, aber was dann? Namen zur Erinnerung von S-Bahn Surfern? Oder von Obdachlosen und anderen Opfern oder einfach Menschen, die in der S-Bahn das zeitliche gesegnet haben?
Nein, die eingestickten Namen stammen vom Tag der offenen Tür und es kommen bisher jedes Mal Neue dazu. Sie werden auf neue Bezüge aufgestickt und es sind die Namen von Besuchern des offenen Tages bei der S-Bahn. Jedoch ganz ohne deren Zutun kommen die da auch nicht drauf. Wer seinen Namen auf einem Sitz verewigt haben möchte, muss mit anpacken, die Sitze neu einzukleiden. Das ist gar keine so leichte Aufgabe und deswegen gibt es auch Hilfe von der werkseigenen Sattelei im Bahn- Werk Schöneweide.
Warum aber nun diese Aktion am Tag der offenen Tür (bisher immer im August)?
Die Sitze werden immer wieder Opfer von Vandalismus und eine Neubekleidung kostet pro Sitz ca. 100 Euro. Bei mehreren hundert Sitzen pro Jahr läppert sich da ein kleines Sümmchen zusammen. Daher hofft die S-Bahn durch diese Aktion mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema zu bekommen und auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, Vandalismus zu verhindern. Denn auch Beschmutzungen gehören dazu und nicht nur das Einritzen und Aufschlitzen, wie anbrennen.
Im Schnitt werde dann am Tag der offenen Tür ca. 100 Sitze so mit neuen Namen geschmückt und können dann in die neuen S-Bahnen eingesetzt werden.
Eine tolle Aktion finde ich, aber ob sie wirklich den Vandalismus eindämmt? Ich denke dazu braucht es ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung und wieder das Verständnis, das auch fremdes Eigentum pfleglich behandelt werden sollte und einem alles andere als egal sein dürfte. Schliesslich bezahlen alle bei Schäden mit erhöhten Fahrkartenpreisen.
Euer Tom Love

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