Vergangenes Wochenende fand die Stick & Stones Karrieremesse in Berlin statt. Eine Plattform, um sich nach zukünftigen Arbeitgebern, als auch Netzwerken umzuschauen und sich mit vielen verschiedenen Menschen von einer nicht minder verschiedenen Anzahl Anbietern zu unterhalten oder auch anders gesagt- die Messe für jeden, der sich informieren will, wo er Praktika machen kann, Jobs bekommen kann, wenn er sich für seine berufliche Laufbahn interessiert und dabei gerne höheren Herausforderungen anstrebt.
Solche Karrieremessen gibt es mittlerweile einige und es geht vor allem um den Aufbau von Netzwerken und Kontakten, sowie den Austausch von Erfahrungen.
Was macht nun Stick & Stones besonders?
Nun, wenn man deren Vorgänger beim Namen hört- der Milk Messe, dann kann man sich es vielleicht schon denken.
Die Milk Messe ist eine Karrieremesse aus den Staaten und dort nach Harvey Milk benannt, denn es geht hierbei vorrangig um Schwule und Lesben. Das heisst auf dieser Messe und eben auch auf Stick & Stones präsentieren sich Arbeitgeber offen damit, eben kein Problem damit zu haben, welcher sexueller Orientierung man ist. Auch wird angestrebt, das Schwule und Lesben einander so in Netzwerken und Kontakten helfen können, denn oft stehen sie gerade wenn es um Karriere geht, allein auf weiter Flur.
Da ist ein Erfahrungsaustausch und das Wissen, wer die eigene Lebensweise problemlos annimmt von Vorteil und vor allem hilfreich. Denn gerade wer sich in die höheren Etagen, im beruflichen Sinne, hinein bewegt, erlebt oft Homophobie und Unverständnis, als auch Ablehnung, vor allem aber das er / sie als nicht voll geeignet angesehen wird. Der Sexualität wegen.
Natürlich ist die eigene Sexualität kein Argument für die Eignung eines Arbeitnehmers für einen Chefposten z.B., doch eben das denken viele und wenn es nur unterschwellig ist.
Die Idee der Netzwerke selbst ist nicht neu und wird von allen möglichen Gruppen genutzt, sei es politisch, finanziell, oder weil es Frauen sind die sich unterstützen wollen oder, oder, oder. Da lag es nahe, das auch Schwule und Lesben diese Idee nutzen und sich ihre eigene Plattform schaffen sollten.
So also haben wir am vergangenen Samstag eine sehr erfolgreiche Karrieremesse in der alten Motorwerkstatt in Berlin erleben dürfen.
Das die deutsche Version noch immer in den Kinderschuhen steckt, ist an den Teilnehmern bzw. Anbietern zu erkennen. Obschon mit 85 verschiedenen Anbietern eine stattliche Anzahl zusammengekommen sind, so ist die Branchenvielfalt recht eingeschränkt. Management, IT, Kreativ Consult und Marketing sind die grosse, fast übergrosse Mehrheit. Dazwischen finden sich dann auch Start Up Helfer und Bio Pharma Industrie, wie Telekom und Deutsche Post, wie Ikea und AOK. Hier sind vor allem dann Kandidaten im Vertrieb und Werbung gesucht.
Was sagt uns das? Es lässt vermuten, dass der Karrierebegriff vor allem in diesen Branchen als etwas verstanden wird, das man nutzen kann. Pflege, Pflegemanagement etc scheinen nicht zum Feld der Karriere zu gehören, auch BSR (die mal dabei war) und andere Dienstleister verstehen Netzwerkbildung nicht als Teil ihres Berufsweges oder sehen die eigene Chance nicht mit dem Begriff von Karriere verknüpft, obschon er nicht an Branchen gebunden ist.
Wiederum über die Chance des Scheiterns konnte man bei einem der vielen Vorträge die gegeben wurden erfahren. Es gab eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Vorträge und Interviews , sowohl in Englisch als auch in Deutsch. Einige nutzten das Potenzial, andere leider kaum bis gar nicht, obschon alle Bedingungen dafür gegeben waren, hier sich dem Publikum bestens zu präsentieren und die eigenen Erfahrungen näher zu bringen, zu Diskussionen anzuregen. Dem Einen oder Anderen hätte aber eine Schulung vorher im Vortragen gut getan. Manch einer war als Person sehr angenehm wie z.B. Sadiq Gillani, jedoch nahm man von dem erhofften - Managing a Global Career - Thema nichts mit.
Dennoch war die Stimmung angenehm, gelassen, entspannt und trotz des heissen Wetters positiv bis zum letzten Mann.
So kann ich diese Messe für's kommende Jahr auf alle Fälle empfehlen und es lohnt sich vorher auf die Webseite zu schauen, da es eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Freikarten gibt.
Euer TOM LOVE



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen